Ruhrnachrichten, Lokalteil Witten, 31.12.2001  
Berliner Ballen nach dem Dauerlauf
 
Witten/Soest - Den Sekt kaltstellen, die Gläser polieren, das Buffet aufbauen oder sich ganz einfach nur für die abendliche Fete vorbereiten und nachmittags etwas vorschlafen - das ist Silvester wie viele es mögen.

40 Wittener Sportler mögen es ganz anders. Sie schwingen sich am späten Vormittag ins Auto, fahren nach Werl und treffen sich dort mit rund 6000 Gleichgesinnten. So viele Teilnehmer hat in diesem Jahr der Soester Silvester-Lauf, der in 20 Jahren zur Tradition geworden ist.

"Seit 15 Jahren sind wir eigentlich jedes Jahr dabei. Die Atmosphäre ist einfach toll. Die Strecke führt über die alte B 1 durch kleine Dörfer und rundum ist Volksfest", erzählt Heiko Jacobs, der gemeinsam mit seiner Frau Wiebke die 15 Kilometer lange Strecke zwischen Werl und Soest zurücklegen will. Dabei sind beide keine Extremsportler sondern laufen in der Freizeit, um etwas für die Gesundheit zu tun.

In Werl treffen Wiebke und Heiko Jacobs ihre Freunde aus dem Lauftreff Stockum. Die Strecke legt jeder im eigenen Tempo zurück. "Zum Schluss treffen wir uns aber alle in einem kleinen Park, trinken Tee und essen Berliner Ballen. Dann fahren wir nach Hause und abends sind wir fit, um mit der Familie zu feiern", freut sich Heiko Jacobs auf den Jahreswechsel.

Für Reinhard Dlugi gehört das Laufen zum täglichen Programm. Jeden Morgen um 6 Uhr schnürt er die Laufschuhe und ist um 7 Uhr zum Frühstück wieder daheim. Mit 65 Jahren ist der Rentner der älteste Teilnehmer aus Witten. "Zum siebten Mal mache ich den Silvesterlauf mit. Das Winterwetter macht mir dabei nichts aus. Einmal war es sogar so kalt, dass ich Eis auf dem Rücken hatte", erinnert sich Dlugi. Wenn er aus Soest zurück kommt, fühlt er sich absolut frisch: "Ich lege mich eine halbe Stunde hin und dann kann ich die ganze Nacht durchtanzen, wenn es sein muss."

Die besondere Atmosphäre des Soester Silvesterlaufs mit Kapellen und Glühweinbuden am Straßenrand mag auch Monika Kuhlmann aus der Betriebssportgruppe der Sparkasse Witten. "Der Lauf ist für mich irgendwie schon ein Silvester-Ritual. Es macht einfach Spaß", erzählt die Freizeitsportlerin, die die 15 Kilometer in etwa anderthalb Stunden zurücklegt.ice

Ruhr Nachrichten - 31. 12. 2001

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