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Anmeldung
Startnummern für den London-Marathon sind nicht einfach zu
ergattern. Das gilt für die Briten, aber auch für die
ausländischen Läufer. Von den rund 45.000 Startplätzen sind nur
etwas mehr als 300 für deutsche Läufer vorgesehen. Insgesamt
beträgt die Ausländer-Quote beim London-Marathon nur 7%.
Wer hier dabei ist, darf sich "auserwählt" fühlen.
Das sind die Möglichkeiten:
1. Über ein Reisebüro
Die sicherste und einfachste, dafür auch teuerste Methode. Nur
bei Buchung über eine Reiseagentur ist der Startplatz
garantiert. Das Startgeld ist erheblich höher als bei der
Verlosung und der Marathon-Veranstalter erhöht Jahr um Jahr den
Preis deutlich und verlangt von den Reisebüros zusätzlich einen
versteckten Aufpreis, den diese über die Pauschalreise wieder
erwirtschaften müssen. Die Reisebüros berechnen
den Kunden zur Zeit EUR 250 zusätzlich zum Wochenend-Arrangement, das mit
Flug und 2 Übernachtungen mindestens EUR 450 kostet.
Das Reisebüro
interAir bietet den London-Marathon auch ohne Flugbuchung
bzw. mit Spar-Flug an.
Spätestens Mitte Oktober sind alle Plätze ausgebucht.
Frühzeitige Reservierung ist deshalb unbedingt zu empfehlen.
Zur Aufstellung der Reise-Agenturen.
2. Das Losverfahren für Ausländer ("Overseas Ballot Entry"')
Aktueller Hinweis: Die Anmeldung für 2012 öffnete am 26.04.2011
und wurde am Folgetag bereits wieder geschlossen.
Zur Startnummern-Verlosung für Ausländer kann man sich
online anmelden.
Die Anmeldung fürs Folgejahr öffnet in der Woche nach dem
Marathon. Es werden 5.500 Bewerber zugelassen. Für Deutschland stehen
nur ca. 20 Startnummern aus der Verlosung zur Verfügung.
Es werden hier Länder bevorzugt, die keine Startnummern über
Reisebüros erhalten. Die Teilnahme an
der Verlosung ist kostenlos.
Die Startnummer kann ausschließlich per
Kreditkarte (Mastercard, Visacard) bezahlt werden. Der
Preis betrug zuletzt rund 80 englische Pfund (100 €). Ob man
Losglück hatte, erfährt man Anfang Oktober. Die Antwort
kommt per
email.
3. Das Losverfahren für in GB Wohnende
Aktueller Hinweis: Die Anmeldung für 2012 öffnete am 26.04.2011
und wurde nach 2 Tagen und 125.000 eingegangenen Meldungen wieder
geschlossen.
Die Nationalität spielt für die Teilnahme an dieser Verlosung
keine Rolle. Entscheidend ist, dass man in Großbritannien seinen
Wohnsitz hat. Mithilfe einer britischen Postadresse und einer
Bankverbindung ist dieser Weg auch für Ausländer offen.
Für diese Verlosung stehen 20.000 Startnummern zur Verfügung,
die Erfolgsquote ist also rund 1:6.
Die Teilnahme an der Verlosung ist kostenlos. Die Startnummer
kostet nur rund 30 Pfund.
Zur online-Anmeldung für British Residents
4. Charities - so machen's die Briten
In Großbritannien hat die Spendenfreude Tradition. Das
mangelhafte Sozialsystem mag ein Grund dafür sein. Es gibt eine
unübersehbare Anzahl von gemeinnützigen Institutionen, für die
zahlreiche Freiwillige tätig sind. Die Spendensammler gehören
insbesondere an Markttagen in jedem Landstädtchen zum
Straßenbild.
Etwa 70% der einheimischen Läufer sind für eine dieser charities
unterwegs. Ca. 20.000 Teilnehmer haben auch ihre Startnummer von
ihrer Organisation bekommen. Die charities kaufen diese "Golden
Bond" places beim Veranstalter, laut Info des Serpentine Running
Club bezahlen sie dafür 250 (!) Pfund je Startnummer. Kein
Wunder, dass die Erwartung an den Spendensammler hoch ist. Er
verpflichtet sich, 1000 Pfund und mehr (je nach charity) im
Bekannten- und Verwandtenkreis einzusammeln. Bei manchen
Organisationen gibt es auch zusätzliche Wettbewerbe und Prämien.
Mit Sammelrekorden kann man zum Beispiel sogar weitere
Marathonreisen gewinnen. Außerdem bieten manche charities ihren
Teilnehmern auch besondere Betreuung am Wettkampftag.
Für ausländische Teilnehmer ist dieser Anmeldeweg wenig
realistisch, da die Spendenkultur hierzulande einfach nicht so
entwickelt ist.
Der charity-Hintergrund prägt den gesamten Marathon. Es gehen
sehr viele nur schlecht trainierte Teilnehmer an den Start. Mit
einer Netto-Zeit von 4:30 ist man genau in der Mitte aller rund
36.000 Finisher. Außerdem versuchen viele Teilnehmer die
Spendenbereitschaft mit kuriosen und sehr einfallsreichen
Kostümen anzukurbeln. Und das macht das Flair dieses Laufes aus
und ihn auch für die Zuschauer attraktiv. Jedes Jahr werden von
den Läufern Spenden in Höhe von rund 50 Millionen Pfund
gesammelt.
5. Good For Age (Garantierte Plätze für schnelle Leute)
Annahmeschluss: Ende Oktober
Leistungsläufer
können sich für eine garantierte Startnummer
qualifizieren. Die
"Good-for-Age"-Regeln gelten jedoch nur für British Residents,
das heißt für in Grossbritannien Wohnende.
Für alle Quali-Zeiten gilt: Sie müssen
in den letzten zwei Jahren (d.h. für 2012 ab 01.01.2010) erzielt worden sein und
nachgewiesen werden.
Für folgende Zeiten werden die Startnummern garantiert:
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Männer |
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Frauen |
|
|
18-40 |
< 3:00 |
18-49 |
< 3:45 |
|
41-59 |
< 3:15 |
50-54 |
< 4:00 |
|
60-64 |
< 3:30 |
55-59 |
< 4:15 |
|
65-69 |
< 4:00 |
60-64 |
< 4:30 |
|
70+ |
< 5:00 |
65-69 |
< 5:30 |
|
|
|
70+ |
< 6:30 |
Männer unter 2:45 und Frauen unter 3:15 nehmen an den Britischen
Meisterschaften teil. Bis
Anfang Oktober muss man das Formular angefordert haben, das
dann ausgefüllt bis Ende Oktober zu senden ist an:
Good For Age
London Flora Marathon
PO Box 3460
London SE1 0YA
und dabei gleich Quali-Zeit und
Altersnachweis beifügen. Bei Anerkennung bekommt man dann ein
spezielles Anmeldeformular zugeschickt.
siehe auch
official
website
6. Noch mehr Schleichwege
Nur der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass es
weitere Möglichkeiten gibt:
Englische Sportvereine bekommen je nach Mitglieder-Anzahl einige
garantierte Startplätze, die sie dann in Eigenregie verteilen
können. Da ist natürlich für Ausländer kaum dranzukommen.
Beim Serpentine
Running Club kann man
z.B. die vereinseigenen Auswahlkriterien anschauen.
siehe auch:
official website
Aber vielleicht hat man ja die richtigen Geschäftsverbindungen. Wer
ein guter Kunde bei einem britischen Unternehmen ist, für den
könnte sich eine Nachfrage lohnen. Die Marathon-Gesellschaft
vergibt Startnummern an offizielle Sponsoren und andere
spendenfreudige Unternehmen, die diese Plätze als Incentive
für Mitarbeiter oder Goodie für Kunden verteilen.
official sponsors
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