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Alle meine Wettkämpfe
(letzte Aktualisierung: 23.03.24)

zum aktuellen Wettkampfjahr
 

 

 




"When you combine motivation with discipline
you get consistency."
(Eliud Kipchoge)
 

 

lfd.
Nr.

Datum

Ort

Name

Event
lfd Nr

 Distz
km

Distz
lfd Nr

ømin
/km

Std

Min

Sek

Link zu persönlichen
kurzen Eindrücken

2018

469 31.12.18

Silvesterlauf

La Laguna (ESP)

1 5,7 1 5:00  

28

23

Kein Bier für M70

468 14.12.18

Ahlen

Wintercitylauf

2 10 123 5:09  

51

26

Quälerei und Aufbau

467 09.12.18

Witten

Weihnachtslauf

17 10 122 5:08  

51

23

Dabei gewesen

466 04.11.18

New York (US)

Marathon

11 42,2 55 6:18 4

26

12

Ego-zentriert

465 20.10.18

Fleckenberg

Rothaarsteig-Marathon

1 22,6 1 5:54 2

10

03

Hauptsache gelaufen

464 22.09.18

Wetter (Ruhr)

Brückenlauf

2 10,8 2 5:00  

54

06

Tempotest

463 08.09.18

Pauillac (F)

Medoc-Marathon

2 42,2 54 7:33 5

18

55

Allergie-Test

462 02.09.18

Pertisau (A)

Achenseelauf

2 23,2 2 5:54 2

16

50

In der Warteschlange

461 18.08.18

Menden

J.-Kaderhandt-Waldlauf

4 20,0 11 5:36 1

51

58

Nostalgie-Lauf

460 28.07.18

Bozen (I)

Südtirol Sky Marathon

1 42,2 53 10:41 7

30

37

Zweiter nach Alter

459 22.07.18

Kuppelwies (I)

Ultner Höfelauf

1 17,9 1 6:09 1

49

27

Rampengänge

R31 01.07.18

Corvara (I)

Maratona dles Dolom.

10 108 5 15,4 6

53

47

Abschiedsfahrt

458 10.06.18

Sundern-Hagen

Höhenflug Trailrun

1 21,1 59 6:08 2

09

02

Abtauchen im Schotter

R30 02.06.18

Beaumes d.V. (F)

Granfondo Mt Ventoux

1 104 1 16,8 6

11

18

Profi-Feeling

457 18.05.18

Moncalvo (I)

Stramoncalvo

1 6,2 1 5:00  

32

16

Berglauf im Dorf

456 22.04.18

London (UK)

Marathon

19 42,2 52 6:48 4

46

53

Spazieren für Statistik

455 16.04.18

Boston (US)

Marathon

1 42,2 51 6:28 4

32

48

Marathon im Plastiksack

454 18.03.18

Hörnum

Syltlauf

9 33,3 9 6:06 3

23

21

Insel-Desaster

453 04.03.18

London (UK)

The Big Half

1 21,1 58 5:16 1

51

47

Brexit-Race

452 18.02.18

Herten

Bertlicher Straßenläufe

40 21,1 57 5:18 1

52

40

104 Mal Perfektion

451 14.01.18

Hout Bay (RSA)

Bay to Bay

3 15 35 5:41 1

25

13

Grand Master

450 06.01.18

Constantia (RSA)

Hohenort 15K

1 15 34 5:32 1

22

57

Nacht-Leistung

  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017  2018  2019  2020-2021  2022  2023  2024
  1983-1998  1999  2000-2001  2002  2003  2004  2005 
2006  2007  2008  2009  2010

469

31.12.18 La Laguna (ES), 37. Silvesterlauf
5,7

Auf der Suche nach einem Silvesterlauf für den Urlaub auf Teneriffa werde ich schnell fündig. Die Ausschreibung lässt stutzen: Die Teilnehmerzahl ist auf 3.000 beschränkt. Tatsächlich, es ist eine Großveranstaltung, und sie ist bald ausgebucht. Vor Ort staunen wir über die perfekte Organisation und den Aufwand, der betrieben wird. Die Weltkulturerbe-Altstadt ist noch weihnachtlich-festlich illuminiert, für den Lauf werden zusätzlich zahlreiche Werbebanner platziert und Absperrgitter aufgestellt. Das ist auch nötig, denn neben den 3000 Teilnehmern sind auch sicherlich 3000 Zuschauer da. Vor dem Start tritt eine Trachten-Tanzgruppe auf, die Stimmung ist prächtig. Der Moderator animiert zu La-Ola-Wellen und zählt die letzten 15 Minuten zum Start herunter.

Dann geht es auf 2 Runden durch die Altstadtgassen, durch Lichtertunnel und Zuschauerspaliere. Die meisten Läuferinnen und Läufer gehen es gemütlich an, tragen das schöne Trikot, das im Startpreis von 8 Euro enthalten ist, und genießen den letzten Abend des Jahres.


Zu meinem Lauf: 5,7 km, 28:23, 1. M65 von 11, 479. gesamt von 2667

20 Minuten vor dem Start staunen wir, dass sich die 3.000 schon aufgestellt haben. Weil die Altstadtgassen eng sind, möchte ich möglichst weit nach vorn. Zum Glück können wir uns durch eine Lücke in den Absperrgittern mogeln. Das war richtig, zeigt sich hinterher, denn die Rangliste wird nach Bruttozeiten aufgestellt, die Nettozeiten stehen nur zur Info daneben. So kann ich auch nach 300 Metern Slalom schon recht gut mein wie üblich zu hohes Anfangstempo laufen. Es macht einfach zuviel Spaß hier, mit den vielen Zuschauern und der Festbeleuchtung. Für das Tempo zahle ich dann am ersten Anstieg mit gefühlten Stehversuchen. Als ich nach der ersten Runde bei 3,5 km am Ziel vorbeikomme, sind die ersten schon da. Ich gehe die 2. Runde etwas entspannter an und bin am Ende großzügig mit mir, also zufrieden.

Nur durch Zufall kriegen wir die Siegerehrung mit und hören mit Freude unsere Namen. C ist Dritte, und ich bin gar ein Sieger! Auf dem Podium nimmt mir ein Aufpasser vor dem Siegerfoto erstmal die Bierflasche ab, dann bekomme ich versehentlich die Medaille für M70. So alt will ich erst noch werden und dann hoffentlich auch noch laufen.

468

14.12.18 Ahlen, 15. Wintercitylauf
2,1/5/10

An einem weihnachtlichen Freitagabend findet in Ahlen ein "Kirmesrennen" im besten Sinne statt. Die Strecke ist zuschauerfreundlich geschnitten, die 10 km bestehen aus 6 Runden, und in jeder Runde kommen die Läufer zweimal am Stimmungszentrum vorbei. Hier kommentiert Vanman Jochen Heringhaus fachlich kompetent und mit gewohnt resolutem Tonfall das Renngeschehen. Streckenweise ist die Route mit Fackeln ausgeleuchtet, die Streckenposten frieren, aber unermüdlich muntern sie die Läufer auf.

Leider beklagt der Veranstalter ständig steigende Sicherheitsauflagen und Schwierigkeiten, ausreichend Helfer zu finden. So hat er die 15. Auflage zur vorläufig letzten Ausgabe erklärt. Nachdem dieser Abend aber bei gutem Wetter mit über 400 Teilnehmern noch einmal ein voller Erfolg war, gibt es doch wieder Zukunftsgedanken.


Zu meinem Rennen: 10 km, 51:26, 2. M65 von 4, 121. gesamt von 177 (68%)

Es dämmert mir schon vor dem Start, dass es etwas zu optimistisch sein könnte, nach 5 Tagen eine Leistungssteigerung gegenüber dem Wittener Weihnachtslauf zu erwarten. Im Gegenteil, als M65er sollte man mit längerer Regenerationszeit rechnen, als das früher der Fall war. Das melden mir dann auch meine Beine, ganz zu schweigen von der Lunge, nach den ersten 3 Kilometern.

Kurz keimt Hoffnung auf eine Sensation bei mir auf, als der Vanman verkündet, es seien nur noch 2 Runden zu laufen. Die unzureichende Sauerstoffversorgung lässt mich lange nicht begreifen, dass er den Führenden meint, der mich gerade überrundet. Dann schaue ich bei der nächsten Km-Marke auf die Uhr, und die Realität wirft mich mental um Einiges zurück. Für den Rest der Distanz wechselt sich Quälerei mit Selbstaufgabe ab. Am Ende gebe ich mich mit dem Resultat zufrieden und buche den Lauf als Aufbautraining ab. Ob ich im nächsten Jahr nochmal unter 50 min kommen kann?
 

467

09.12.18 Witten, 28. Weihnachtslauf
300m/1/1,5/4,5/10

Mittlerweile haben die meisten Veranstalter unter Teilnehmerschwund zu leiden. Dass der Weihnachtslauf heute nur halb so viele Läufer begrüsst wie zu Rekordjahren, liegt aber vor allem am Wetter. Das war am 2. Sonntag im Dezember nie besonders gut, heute stellen sich dem Dauerregen nur die Unentwegten. Das Teilnehmerfeld in den Schülerläufen ist dennoch beeindruckend groß. Das Engagement der Wittener Schulen bleibt prägend für den Weihnachtslauf, ebenso wie die vielen kostümierten Laufgruppen.


Zu meinem Lauf: 10 km, 51:23,
2. M65 von 3, 93. gesamt von 123 (76%)

Die Erkältung ist noch nicht ganz überstanden, doch bei diesem Pflichtlauf darf ich nicht kneifen. Die Warmlaufphase kann zum Glück in der Tiefgarage absolviert werden. Erst kurz vor dem Startschuss wage ich mich hinaus in den Regen, der dann auch bis zum Zieleinlauf nicht nachlässt. Unterwegs denke ich an meine Gesundheit und vermeide den Höchstpuls. Die Sieger der M70 und M75 hätte ich aber auch in Bestform ziehen lassen müssen! Der Gesamtsieger überrundet mich schon kurz nach der ersten der sechs Runden, ihm sollen noch ungefähr 40 Läufer folgen, darunter die ersten 2 Frauen. Ich nehme es gelassen und freue mich über die Anfeuerungsrufe der frierenden Zuschauer und Streckenposten. Dabeisein ist nicht alles, aber es tut gut.
 

466

04.11.18 New York City (US), 48. Marathon
42,2

Die Organisation dieses Massen-Marathons ist immer wieder bewundernswert. Über 50.000 Läuferinnen und Läufer an den Start in Staten Island zu bringen, sie dort zu verpflegen, in 12 gleich große Start-Päckchen zu packen und minutengenau auf die Strecke zu schicken, sie alle unterwegs mit Getränken und Gels zu versorgen, fast jede Meile eine Zwischenzeit zu liefern und alle im Ziel quasi im Sekundentakt zu empfangen, das ist eine unfassbare logistische Leistung. Wieviel Tonnen mögen allein die 50.000 Medaillen wiegen?

Die Massenabfertigung macht den New York Marathon allerdings auch für die Teilnehmer zu einer besonderen Strapaze. Sehr frühes Aufstehen, langes Warten auf den Start, Gedränge an den Verpflegungsständen, extrem lange Wege im Ziel. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für einen entspannten Lauf, dazu kommt noch das anspruchsvolle Streckenprofil mit fast 400 Höhenmetern. Dennoch ist die Quote der Debütanten nirgendwo so hoch wie hier. Der größte Marathon der Welt muss halt einmal im Läuferleben gelaufen werden. Wenn es gleichzeitig das Debüt ist, wird dieses Erlebnis allerdings später nur schwer zu toppen sein. Dafür sorgt die einmalige Atmosphäre in den 5 Stadtteilen der Metropole und die Begeisterungsfähigkeit des Publikums, die man in diesem Ausmaß nur in New York findet.


Zu meinem Lauf: 42,2 km, 4:26:12,
109. M65 von 463, 23.989 gesamt von 52.697

Die schon gewohnheitsmäßig schlechte Vorbereitung lässt mich den Lauf sehr nüchtern sehen. Von Beginn an konzentriere ich mich auf mich selbst, bloß nicht zu schnell loslaufen! Nur wenig bekomme ich lange Zeit von der Stimmung mit. Allerdings sorgt die hohe Frauenquote immer wieder für neue attraktive Pacemakerinnen, die ich nur ungern davonziehen lasse. Immer erwarte ich den baldigen Einbruch, doch dann kann ich tatsächlich das Tempo bis 35 km einigermaßen halten. Danach finde ich mich mit Gehpausen ab, damit hatte ich ohnehin schon früher gerechnet.

So wird es in einem sehr bescheidenen Laufjahr wenigstens noch eine Marathon-Jahresbestzeit, wenn auch keine vorzeigbare. War das nun mein letzter New York Marathon? Ich hoffe nicht.
 

465

20.10.18 Fleckenberg, 15. Rothaarsteig-Marathon
22,6/42,2

Mit seiner schönen, anspruchsvollen Strecke über die Berge des Hochsauerlands lockt der Rothaarsteig-Marathon beständig um die 1000 Teilnehmer an. Mehr sollen es auch gar nicht werden, sagt selbst der Veranstalter. Das hindert die Macher nicht, alles aufzubieten, was das Dorf hergibt. Die Helferzahl dürfte knapp die Einwohnerzahl von Fleckenberg erreichen. Die große Schützenhalle ist das perfekte Zentrum für Startnummernausgabe, Verkaufsstände, die längste Kuchentheke des Sauerlands und eine repräsentative Siegerehrung auf der Bühne. Gleich 3 Vereine sind eingespannt, um diesen Tag zu stemmen. Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung. Doch auch hier geht es nicht ohne Sponsoren. Was anderswo immer schwieriger wird, scheint hier noch zu funktionieren. Die Liste der unterstützenden Firmen ist lang, angeführt vom heimischen Großunternehmen Falke.

Dass unsere holländischen Nachbarn das Sauerland lieben, ist nicht neu und bestätigt sich auch hier. Jeder 10. Teilnehmer kommt aus den Niederlanden. Und wenn die Veranstalter so weitermachen, werden sie nicht verhindern können, dass es noch mehr werden.


Zu meinem Lauf: 22,6 km, 2:10:03, 6. M65 von 12, 343. gesamt von 657 (52%)

Zum ersten Mal trete ich hier an. Das lag bisher daran, dass am gleichen Tag auch der Teutolauf stattfindet, eine meiner Lieblingsstrecken. Doch für 29 km fühle ich mich nicht fit genug, deshalb fällt die Wahl endlich mal auf den Rothaarsteig. Gründlich studiere ich das Streckenprofil und weiß, die 420 Höhenmeter sind fast vollständig auf den ersten 12 km zu überwinden. Entsprechend vorsichtig gehe ich das an, stehe aber am Start soweit hinten, dass ich die ersten 30 Sekunden nach Überquerung der Startlinie noch gehend zurücklegen muss. Wie alle anderen bin ich geduldig, hier drängelt keiner, denn alle wissen, was noch kommt. Auffallend ist die Zahl der Hunde, die sich auf die Strecke machen. Später finde ich die Erklärung: Es gibt eine separate Hundewertung.

Schon kurz nach dem Start geht es kräftig bergauf, das bleibt auch die nächsten Kilometer so. Ich bin langsam, aber ich laufe. Das soll auch mein Tagesziel sein: Jede Steigung ohne Gehpause zu laufen. Das gelingt, und dann geht es endlich bergab, und zwar steil. So steil, dass der Muskelkater noch Tage danach zu spüren sein wird. Ich halte ordentlich durch bis ins Ziel und finde mich eigentlich ganz gut. Bis ich feststellen muss, dass mehr als die Hälfte aller Läufer noch besser ist. Mein Altersklassensieger war 25 Minuten vor mir im Ziel. Ergebnislisten sind bestens dazu geeignet, sich in Bescheidenheit zu üben.
 

464

22.09.18 Wetter (Ruhr), 3. Inklusiver Brückenlauf
0,5/5,4/10,8/4x800

Mit insgesamt fast 500 Teilnehmern etabliert sich der inklusive Brückenlauf bei seiner 3. Auflage. Er ist zu einer schönen familiären Veranstaltung ohne absoluten Wettkampfcharakter geworden. Konsequenterweise enthält die endgültige Teilnehmerliste zwar Zeiten, aber keine Platzierungen. Das ganze hat mehr Volksfestcharakter mit einer Bühne und mehreren Verpflegungsständen. Schließlich geht es hier um inklusives Beisammensein. Da kann man die Ansprüche an die Wettkampforganisation durchaus mal herunterschrauben. Will man aber noch weiter wachsen, sollten die Streckenposten lückenlos platziert sein, die Zielgetränke hinter der Ziellinie und die Ergebnisse schneller im Netz. Richtig gestört hat das aber nur sehr wenige.


Zu meinem Lauf: 10,8 km, 54:06, 36. gesamt von 129

Ich habe einen gemäßigten Tempodauerlauf geplant, so etwa im Halbmarathontempo. Natürlich kommt es dann wie immer. Ist erstmal der Startschuss gefallen, gibt es kein Halten mehr. Anfangs kann ich mich noch leicht zurückhalten und lasse den AK-Konkurrenten Michael L. gleich 100 m davonziehen. Trotzdem bin ich schneller als geplant und halte den 5min-Schnitt bis ins Ziel. Manchmal hoffe ich, näher an L. heranzurücken. Doch das täuscht, der Abstand bleibt unverändert. Ich versuche auch nicht, das Tempo zu erhöhen. Kotzgrenze muss heute nicht sein, es geht hier nicht um Ruhm und Ehre. Am Ende bin ich zufrieden mit dem Tag und der Erkenntnis, dass 50 min auf 10 km so gerade noch drin sind.

 

463

08.09.18 Pauillac (F), 34. Marathon du Chateaux de Medoc
42,2

Der legendäre Medoc-Marathon ist ein dreitägiges Rotwein-Festival. Es beginnt mit der Pasta-Party am Freitagabend. Dort dürfte bereits der Rotwein den größten Anteil an der Kalorienzufuhr haben, was für manche dazu führt, dass sie es am nächsten Tag nicht mehr zur Startlinie schaffen. Am Samstag bieten die 42 km dann 22 Degustationen an den berühmtesten Weingütern des Bordeaux. Glücklicherweise gibt es aber auch überall alkoholfreie Getränke und üppige Verpflegungsstationen, so dass für einen Ausgleich gesorgt ist. Schließlich ist die Marathon-Distanz zu Fuß zurückzulegen. Das Zeitlimit liegt bei 6:30 Stunden und wird von den weitaus meisten Teilnehmern voll ausgenutzt. Ganz ohne Sport geht es aber nicht. Je länger die Aufenthalte auf den Weingütern, umso mehr ist zwischendurch der Laufschritt gefordert. Das sollte auch bei der Wahl des Kostüms bedacht werden. Verkleidung ist nämlich moralische Pflicht. Der Lauf kulminiert auf den letzen Kilometern in einem 5-Gänge-Menü, das aus Austern, Entrecote, Mais, Käse und Eis am Stiel besteht. Im Ziel gibt es zur Belohnung nicht nur eine Medaille, sondern selbstverständlich auch eine Flasche Bordeaux für jeden Finisher.

Wer dann am Sonntag noch die Weinwanderung absolviert, mit abschließendem Zeltfest und "all you can drink", der dürfte in den kommenden Trainingswochen auf Rotwein allergisch reagieren.


Zu meinem Lauf: 42,2 km, 5:18:55,
88. M60 von 376, 1.654. gesamt von 7.961

Meine Taktik ist hier, die erste Hälfte möglichst zügig zurückzulegen, um mich dann verstärkt den besten Weingütern zu widmen. Angesichts der Temperaturen von fast 30° ist ohnehin Zurückhaltung angesagt. Ich nehme mir also vor, nur dort den Wein zu genießen, wo er in richtigen Gläsern serviert wird. Doch als bei der 3. Station nach 9 km immer noch Plastikbecher stehen, halte ich es nicht mehr aus. Schließlich läuft man hier vor allem wegen des Weins! Zwischen den weiteren Degustationen bin ich dann so flott unterwegs, dass mir nach 25 km die Kraft ausgeht und ich Gehpausen einlegen muss. Selten habe ich soviel Wasser bei einem Marathon getrunken. Immer wieder gieße ich mir auch einen Becher über den Kopf. Das bisschen Wein verdampft da ohne große Wirkung. Ich steigere den Konsum in der zweiten Hälfte und komme doch gefühlt nüchtern ins Ziel. Hier wird elektronisch geprüft, ob man wirklich alle Zwischenzeiten vorweisen kann. Erst dann gibt es die Präsente. Anschließend noch ein großes Buffet und Freibier bis zum Abwinken. Das ist bei der Hitze zweifellos die bessere Wahl.
 

462

02.09.18 Pertisau (A), 19. Achenseelauf
10/23,2/Staffel

Ganz ohne falsche Bescheidenheit rühmt sich der Achenseelauf als "Österreichs schönster Panorama-Trail". Na ja, man schaut halt aufs Wasser und die Berge. Wobei sich die Berge heute zumeist hinter Wolken verstecken. Zunächst geht es flach um den See herum, erst nach 15 km beginnt der Trail. Der ist dann allerdings so anspruchsvoll, dass fürs Panorama kein Blick mehr übrig bleibt. Immer wieder geht es steil ein paar Meter hinauf und wieder hinab, mitunter über kniehohe Stufen und stellenweise mit Drahtseilen gesichert. Überholen ist ausdrücklich verboten, aber auch praktisch unmöglich. Der Weg ist schmal, und links lauert der Abgrund.

Wie in Tirol üblich, wird an der Versorgung nicht gespart. 6 Verpflegungsstationen gibt es an der Strecke, und im Ziel ist ein üppiges Buffet aufgebaut. Es gibt eine kostenlose Massage und Dusch-Container. Für die Sieger sind gar Geldpreise ausgeschrieben, für uns gibt es immerhin eine ordentliche Medaille.


Zu meinem Lauf: 23,2 km, 2:16:50,
6. M65 von 12, 411. von 951 (43%)

Nach einer Wanderwoche in den Dolomiten fühle ich mich nicht in Topform, trotzdem will ich heute alles geben. Der Achenseelauf verlangt eine besondere Taktik. Es gilt, auf den ersten 15 km anzugreifen und seinen Platz zu finden, denn Überholen ist danach kaum noch möglich.

So ganz gelingt mir das nicht. Im Trail muss ich oft in der Warteschlange gehen, es kommt sogar mehrmals zum Stillstand. Aber viel schneller hätte ich vorher nicht gekonnt. So läuft die Zeit nun davon. Wenigstens kann ich den 10jährigen Felix vor dem Ziel wieder einholen, er reicht mir gerade bis zur Hüfte, aber seine kurzen Beine können fliegen. Im Endspurt tausche ich mein Lächeln gegen eine Fratze und gebe nochmal alles. Es hilft nicht mehr viel, Platz 6 stand lange fest, wie die Ergebnisliste zeigt. Auch hier bin ich zuletzt vor 15 Jahren gelaufen. Und heute 15 Minuten langsamer. Felix ist übrigens nach Nettozeit noch vor mir. Vielleicht sollte ich aufhören, überhaupt auf die Uhr zu schauen? Nein, lieber hole ich nochmal das Senioren-Trainingsbuch hervor.

461

18.08.18 Menden, 35. Josef-Kaderhandt-Waldlauf
7,8/20/26,5/33/39,5/46/50

In den 35 Jahren seiner Existenz hat der Lauf in der Mendener Waldemei bessere Zeiten gesehen. Das hohe Engagement der vielen Helfer des Marathon-Club Menden ist ungebrochen. Doch knapp 200 Teilnehmer sind weniger, als dieser schöne Waldlauf verdient. Das mag am anspruchsvollen Streckenprofil liegen - die 6,5km-Runde hat 100 Höhenmeter. Waren die LäuferInnen früher härter im Nehmen? Heute stehen Spiel- und Spaß-Veranstaltungen wie "Urban Trail" höher im Kurs. Uns Nostalgikern unter den Läufern mag es recht sein. Kleine, familiäre Insider-Läufe haben ihren Reiz. Hier heißt es noch: Von Läufern für Läufer. Dafür sind wir dankbar.
 

Zu meinem Lauf: 20 km, 1:51:58, 2. M65 von 4, 28. gesamt von 58

Zum Glück habe ich vorher nicht nachgeschaut, wann ich zum letzten Mal hier gelaufen bin. So bin ich mit meiner Leistung glücklich. Ich bin schneller, als ich mir nach längerer Hitzefrei-Pause zugetraut habe. 15 Jahre ist es schon her, und damals war ich 18 Minuten schneller! War ich früher so gut oder bin ich heute so schlecht? Ich muss mich daran gewöhnen, nicht mehr zurückzublicken. Das verdirbt die Stimmung.

Heute jedenfalls ist meine Welt in Ordnung. Das Ziel war, jede Steigung im Laufschritt zu nehmen, das ist im Prinzip gelungen. Vom Tempo war ja nicht die Rede ... Und dann bin ich als Drittletzter auch noch Zweiter und darf auf's Treppchen.
 

460

28.07.18 Bozen (I), 6. Südtirol Ultra Sky Race
27/1067, 42/2863, 69/3930, 121/7554

Angefangen hat diese Ultra-Veranstaltung nur mit der Maximal-Distanz, den 121 km der klassischen Hufeisentour rund um das Sarntal, für die Wanderer 7 Tage veranschlagen. Der Sieger braucht in diesem Jahr 18:30 Stunden! Diese Zielgruppe war dann wohl doch zu klein. So hat man Jahr um Jahr kürzere Distanzen ins Angebot aufgenommen, diesmal sind die 27 km neu dazu gekommen. Mit Erfolg, die Teilnehmerzahl nähert sich insgesamt der 1000er Marke. Davon starten rund 250 im Hauptlauf, etwa die Hälfte davon erreicht das Ziel.

Für die Veranstalter bedeutet das einen logistischen Kraftakt: Lückenlose Markierung der Strecke im Abstand weniger Meter, zahlreiche Verpflegungsstationen für die Läufer, von denen viele 2 Nächte unterwegs sind. Rechnen kann sich so etwas nur mit potenten Sponsoren.

Zu meinem Rennen: 42,2 km/2863 Hm, 7:30:37,
5. M60+ von 11, 144. gesamt von 220

Mein Respekt ist riesig vor dieser Herausforderung, obwohl ich weiß, dass ich sowas schon mal konnte. Im Gelände genügt die kleinste Unaufmerksamkeit, und das Rennen ist vorbei, wenn man etwas unglücklich fällt. Der Fels ist hart und verzeiht nicht oft.

Hier kommt mir das Gelände insoweit entgegen, als dass man ohnehin deutlich weniger als die Hälfte der Strecke überhaupt laufen kann. Jedenfalls gilt das für mich. 2000 Höhenmeter auf den ersten 20 km gehe ich in knapp 4 Stunden, da ist der Sieger schon fast im Ziel! Wann immer mir der Laufschritt möglich ist, bemühe ich mich um höchste Konzentration. Ich will hier ins Ziel kommen, und zwar am Stück. Auf den letzten 10 km geht es steil hinunter, da überholt mich keiner mehr. Beim Zieleinlauf schwillt die Hühnerbrust, ich bin stolz auf diese Leistung. Und doch enttäuscht ob der Platzierung, im letzten Jahr hätte das für Platz 2 gereicht, nun bin ich Fünfter. Dafür komme ich einem anderen Ziel immer näher: Einmal der älteste Teilnehmer zu sein. Heute war nur einer älter als Jahrgang 53. Der war übrigens 1,5 Stunden schneller als ich.
 

459

22.07.18 Kuppelwies (I), 14. Ultner Höfelauf
0,5/1,5/8,4/17,9

Berühmt für seine historischen Bergbauernhöfe ist das Südtiroler Ultental, ein Seitental der Etsch zwischen Meran und Bozen. Folgerichtig führt dieser schöne Landschaftslauf an beiden Seiten des Tales von einem Hof zum anderen. Dabei kommen auf der Langstrecke zwangsläufig auch rund 500 Höhenmeter zusammen. Das Profil drückt offenbar etwas auf die Teilnehmerzahlen. Die liebevoll und aufwendig organisierte Veranstaltung hätte mehr verdient als die rund 350 LäuferInnen in den beiden Hauptläufen. Urlauber bleiben die Ausnahme, fast alle Starter kommen aus der Region.

Dabei lässt sich der Veranstalter nicht lumpen. Die Siegerehrungen dauern länger als alle Laufdistanzen zusammen. Beinah bleibt kaum ein Teilnehmer ohne Preis, für die übrigen gibt es dann noch eine Verlosung mit hochwertigen Gewinnen. Auf der Dorfwiese ist eine Zeltstadt aufgebaut, die keine Wünsche übrig lässt. So wird der Sonntag zu einem kleinen Volksfest für Jung und Alt.
 

Zu meinem Lauf: 17,9 km, 1:49:27,
2. M65+ von 5, 96. gesamt von 137 (70%)

Ich merke sehr schnell, dass ich das Streckenprofil unterschätzt habe. Den ersten Anstieg kann ich noch laufend zurücklegen, doch dann erzwingen steile Rampen immer wieder kurze Gehpausen. Nach dem Wendepunkt am Talende ist der schwerste Teil geschafft, und auf dem Rückweg kann ich die Erdanziehung wirken lassen. Der Abflug in Sundern ist noch gut in Erinnerung, die Narben am Knie sind noch nicht verheilt. Entsprechend konzentriert stürze ich mich in die Abstiege, die hier zum Glück nicht so steil sind. Unversehrt erreiche ich das Ziel und freue mich über den 2. Platz und die würdige Siegerehrung durch die sportliche und politische Dorfprominenz.
 

R31

01.07.18 Corvara (I), 32. Maratona dles Dolomites
58/1800, 108/3100, 138/4000

Der Maratona verliert auch in der 32. Auflage nichts von seiner Anziehungskraft. Auch wenn das anfängliche Gedränge auf dem Campolongo nervt, die Berge bleiben dieselben. Schaut man in der Morgensonne am Passo Pordoi hinauf und später hinab auf die Radler-Karawane in den endlosen Serpentinen, dann glänzen die Augen und man ist glücklich, dabei zu sein, gleichgültig wie das Tempo aussieht. Die Atmosphäre stimmt eben hier, (fast) alle fahren aus Freude am Radfahren, nur wenige Heißsporne sind spätestens am 2. Pass davon gefahren. Heute sorgt eine Baustelle am Sellapass für einen zusätzlichen Stau, doch auch das wird ohne Murren hingenommen. Der Weg ist das Ziel. Wenn das irgendwo gilt, dann hier beim Maratona.

Zu meinem Rennen: 108 km/3100 Hm, 6:53:47,
107. M65 von 176 (61%), 1709. M gesamt von 2566. (67%)

Zu meinem 10jährigen beim Maratona habe ich das Shirt vom ersten Mal angezogen. Und auch sonst bin ich in wehmütiger Abschiedsstimmung. Irgendwann muss es genug sein, so schön es auch ist. Schon im Vorhinein hatte ich beschlossen, dass dies mein letzter Maratona sein wird. Der Quäl-Anteil wächst von Jahr zu Jahr, und es gibt sogenannte Sportler, die sich von Leuten wie mir aufgehalten fühlen und das auch ausdrücken. Nicht, dass mich das beeinflussen sollte, schließlich habe ich mir gerade ein neues Rad bestellt.

Die Tagesform ist auch nicht die beste. Bei der zweiten Auffahrt am Campolongo bereue ich schon, nicht ins Ziel der Kurzstrecke gefahren zu sein. Nach der Verpflegung bessert sich aber die Verfasssung und damit auch die Stimmung. Den Falzarego kann ich ohne große Schwierigkeiten absolvieren, danach geniesse ich die lange Abfahrt. Auf der ungeliebten, 19%igen Katermauer beweise ich dann (siehe Foto), dass man auch beim Schieben noch zu Überholvorgängen kommen kann. Lebe wohl, Maratona, ein bisschen geht das Leben hoffentlich auch ohne dich noch weiter.

458

10.06.18 Sundern-Hagen, 5. Höhenflug Trailrun
0,8/1/1,7/5/10/21,1

Auf dem Dorf im Hochsauerland ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls wird das mit dieser sehr schönen Veranstaltung bestätigt. Allein die wunderbare Laufstrecke mit vielen schmalen Wegen und schönen Aussichten wäre die Anreise mehr als wert. Dazu kommt eine beispielhaft gute Organisation mit vielen begeisterten Helfern und eine familiäre Volksfest-Atmosphäre. Schön, dass bei den Distanzen auch an den Nachwuchs gedacht wird. So muss das auf dem Dorf auch sein.

Kein Wunder also, dass der Lauf bei der 5. Auflage bereits fest etabliert ist und ausgebucht. Auf dem Parkplatz sieht man Kennzeichen aus Osnabrück, Münster oder Düsseldorf. Überall nur lobende Worte. Ich muss wohl nach langer Zeit mal wieder meine Liste der schönsten Läufe in Westfalen erweitern.


Zu meinem Lauf: 21,1 km, 2:09:02, 1. M65 von 5, 191. gesamt von 354

Mit wenig Selbstvertrauen stehe ich am Start und sortiere mich weit hinten ein. Schließlich bin ich seit Wochen keine Strecke mehr über 10 km gelaufen. Der Vorjahressieger in M65 hatte eine Zeit von 2:15, das zumindest traue ich mir schon zu und nehme es als Maßstab. Mit Gehpausen rechne ich durchaus. Schon am Ende des ersten Bergs ist es so weit. So schnell, wie ich hier laufen könnte, kann ich auch gehen. Mit fortschreitender Distanz steigt das Vergnügen. Ich liebe diese schmalen Wege, am besten über Stock und Stein, wenn man bei jedem Schritt aufpassen muss, wo der Fuß hingesetzt werden kann. Und das am liebsten bergab und immer schneller. Bei Halbzeit rechne ich mir bereits eine Chance auf 2:10 aus. Die Begeisterung steigt, der Übermut proportional auch. In Serpentinen geht es zum Schluss über einen extra für uns gemähten Wiesenweg hinab zur Zielstraße. Was für ein Spaß! Ich will schneller! Dann plötzlich eine steile Schotterstelle und eine 150° Kurve zum Asphalt. Ich stürze mich hinein und begreife es kaum. Der linke Fuß bleibt irgendwo kurz hängen. Ich torkele noch 2 oder 3 Schritte dem Abgrund entgegen und tauche schließlich kopfüber ab auf den schwarzen Schotter. Der Schock ist groß, ich rapple mich auf und rette mich stöhnend die letzten 500 Meter ins Ziel. Dort heißt es Wunden lecken. Ein schöner Tag mit einem bösen Ende, da kann weder die Zeit noch die Platzierung mich trösten. Fazit: Mit der Alterklasse steigt durchaus die Begeisterung, doch nicht die Vernunft.
 

R30

02.06.18 Beaumes de Venise (F), Granfondo de Mont Ventoux
104/2700, 170/4000

In der Radsportwelt ist der Mont Ventoux eine Legende. 16 Mal führte die Tour de France auf den Berg. Hier wurde Geschichte geschrieben. Von Merckx über Pantani bis Froome haben die Größten des Radsports hier Etappensiege gefeiert. Der Engländer Tom Simpson musste gar 1967 kurz vor dem Gipfel sein Leben lassen, nach einer Kombination aus Doping, Alkohol und Erschöpfung. Bis heute gedenken Hobbyradler seiner mit einem kurzen Stopp am Denkmal (Foto).

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen wird im Lauf der Saison am Mont Ventoux ausgetragen. Allein an diesem Wochenende finden 2 weitere kombinierte Veranstaltungen für Radfahrer und Ultraläufer statt. Unser Rennen schließt den schwersten der drei Anstiege zum Gipfel ein. Von Bedouin geht es über 21 km und durchschnittlich 7,6% Steigung zum Gipfelturm. Die letzten 15 km kommen gar auf einen Durchschnitt von 8,8%.

Der Granfondo erweist sich als kleine Veranstaltung, die mit sehr großem Aufwand und perfekter Organisation durchgeführt wird. Jede Kreuzung auf der Strecke wird für uns freigehalten. Da kommt echtes Profi-Feeling auf.


Zu meinem Rennen: 104 km/ 2700 Hm, 6:11:18,
41. M60-66 von 48, 340. gesamt von 393

Mein Trainingsaufwand hatte sich sehr in Grenzen gehalten, schließlich habe ich das Jahr zum Laufjahr ausgerufen. Nur einmal war ich in diesem Jahr überhaupt eine Distanz von 100 km gefahren, geschweige denn solche Höhenmeter. Ich verlasse mich darauf, dass ein Läufer auch Radfahren kann. Immerhin hatte ich letzten Dienstag eine Testfahrt auf den Ventoux gemacht. Daran erinnern sich allerdings die Beine heute auch. Macht nix, ich möchte hier nur ankommen, möglichst ohne die letzte Erschöpfung. Das gelingt nicht ganz. Das Mittelstück mit einem ständigen Auf und Ab kostet mich viel Kraft. Der letzte Anstieg nach Suzette fällt dann aber wieder leichter. Im Ziel schmeckt mir dann sogar die eigenwillige Kombination von 2 Bier und einem riesengroßen Eisbecher. Die Provence verlangt nach einem Wiedersehen.

457

18.05.18 Moncalvo (I), Stramoncalvo

Die Italiener sind sicherlich eines der laufverrücktesten Völker der Welt. Jedes noch so kleine Dorf hat mindestens einmal jährlich seinen Volkslauf. Hier in Moncalvo, einem kleinen Städtchen im piemontesischen Monferrato, findet der Lauf im Rahmen des Volksfestes "Festa Patronale di Sant Antonino" statt. Neudeutsch würde man den Lauf einen Fun Run nennen. Zwar werden die Schnellsten bei einer Siegerehrung präsentiert, doch gibt es keine Zeitnahme. Knapp 100 Leute finden sich an der Startlinie, im Alter von 9 bis 90. Wie überall gibt es einige, die ernsthaft um den Sieg rennen, andere machen von Beginn an einen Spaziergang. Die schöne Strecke lädt dazu ein, sich Zeit zu lassen. Allerdings ist das Streckenprofil höchst anspruchsvoll. Im Monferrato liegt jedes Dorf ganz oben auf einem meist steilen Hügel. Deshalb geht es nach einem Stück durchs Dorfzentrum erstmal tief hinab und später heftig wieder hinauf. Im Ziel erhalten wir für 10 Euro Startgeld ein T-Shirt und eine Flasche Wasser.


Zu meinem Lauf: 6,2 km, 32:16, keine Ergebnisliste

Erst am Vortag bei der Ankunft im Urlaubsort erfuhren wir vom Lauf am nächsten Tag. Keine Frage, dass wir uns  eine solche Gelegenheit vor der Haustür nicht entgehen lassen. Ungewohnt spät ist der Start um 19:30 Uhr, doch dabei sein ist alles. Ich beginne flott, bald noch flotter, weil es schön bergab geht. Bald geht das Durchschnittstempo aber in den Keller. Zweistellige Steigungsprozente zwingen mich zu einer Gehpause. Wieder oben im Dorf halte ich irritiert an, weil mir ein schneller Läufer an einer Kreuzung entgegen kommt. Doch ich bin auf Kurs, er ist falsch geleitet worden. Das ist auch einigen anderen passiert, die mich lange zuvor überholt hatten und dann Minuten nach mir das Ziel erreichen. Der entspannten Stimmung tut das alles keinen Abbruch. Auch ich bin zufrieden. Immerhin konnte ich den ältesten Teilnehmer, einen drahtigen 89jährigen (!), um 2 Minuten auf die Plätze verweisen. Oder hatte der sich auch verlaufen?
 

456

22.04.18 London (UK), 38. Marathon
42,2

Nur geringfügig haben die Londoner die Anzahl der vergebenen Startnummern erhöht, doch das genügt, um erstmals über 40.000 Läuferinnen und Läufer ins Ziel zu bringen. Dafür hat man jetzt auch erstmals einen Wellenstart eingerichtet. Der läuft so perfekt in kurzen Abständen ab, dass kaum Zeitverlust gegenüber dem früheren Ablauf entsteht, aber es geht deutlich entspannter auf den ersten Kilometern zu. Später jedoch, besonders in den Docklands, zeigt sich die Strecke am Rande ihrer Kapazität. Angesichts der Enge ist ein Geradeauslaufen oftmals nicht mehr möglich. Das stört hier die wenigsten, denn London hat unverändert eines der langsamsten Teilnehmerfelder der Welt. Offizielles Zeitlimit ist 8 Stunden, doch der Zielschluss wird tolerant gehandhabt, und die Ergebnisliste enthält noch einige Finisher mit über 9 Stunden. Heute spielt das Wetter dabei auch eine Rolle, es ist mit 24°c der wärmste London-Marathon aller Zeiten. Entsprechend sieht man mit fortschreitender Laufdistanz immer mehr Erschöpfte am Straßenrand kauern. Es ist gar ein Todesopfer zu beklagen, paradoxerweise war das aber ein junger guttrainierter Läufer.


Zu meinem Lauf: 42,2 km, 4:46:53, 111. M65 von 264, 19.891 gesamt von 40.224

Nun war genau das passiert, was ich unbedingt vermeiden wollte: der schlimmste Muskelkater aller Zeiten, jegliche Wellness-Massnahmen in den Tagen zwischen Boston und London blieben wirkungslos. 30 Minuten vor dem Start mache ich einen ersten Laufversuch. Die Stimmung sinkt ins Unterirdische. Ich kann mir nicht vorstellen, mit diesen Beinen auch nur ein paar Kilometer zu laufen.

Dann sind die Schmerzen aber doch erträglich. Ich halte ein 6-Minuten-Tempo bis km 30. Dann wollen weder die Beine noch der Kopf weitermachen. So bleibt der Rest ein Spaziergang durch das dichtgedrängte Londoner Publikum. Zwischendurch bitte ich erfolgreich einen Zuschauer um einen Schluck Bier, ebenso erfolgreich fange ich einen taumelnden, offenbar unterzuckerten Läufer gerade noch auf, bevor er rücklings auf den Asphalt fällt. Mein Schritttempo liegt bei 8:15 min/km. Ich füge mich in mein Schicksal, will nur noch die Medaille und nicht zu denen gehören, die erschöpft am Straßenrand liegen. Was bleibt, ist ein Lauf für die Statistik.
 

455

16.04.18 Boston (US), 122. Marathon
42,2

Wenn es einen legendären Marathon gibt, dann ist es der in Boston. Dank der Majors-Serie hat er auch international mehr Bedeutung erlangt. Für US-Amerikaner ist er seit eh und je der Marathon mit der größten Anziehungskraft, nicht nur weil er der älteste ist. Er findet am Patriots' Day statt. Er hat Geschichte geschrieben, u.a. durch Kathrine Switzer, die hier als erste Frau offiziell einen Marathon gelaufen ist. Letztlich hat auch das tödliche Attentat von 2013 und vor allem die amerikanische Reaktion darauf die Aura Bostons noch erhöht.

Dass nach 122 Jahren die Organisation weitgehend perfektioniert ist, überrascht nicht. Was die detaillierten Informationen rund um den Lauf angeht, setzt Boston die absoluten Benchmarks. Umso erstaunlicher, dass man heute auf den sintflutartigen Regen nicht vorbereitet ist, obwohl der Wetterbericht das seit Tagen richtig vorhergesagt hat. Das Startgelände versinkt im knöcheltiefen Schlamm, die letzte Stunde vor dem Start wird zum Chaos. Letztlich kümmert sich hier niemand mehr um Startblöcke oder Wellenstarts. Jeder ist nur noch froh, irgendwann irgendwie auf der Strecke zu sein. Wer nicht gerade als Eliteläufer aus Afrika oder Deutschland gekommen ist, der hält dennoch durch bis ins Ziel. Die Ausfallquote ist trotz des schlechtesten Wetters aller Zeiten fast so gering wie sonst auch. Bemerkenswert, dass die Abbrecherquote bei Frauen (3,8%) deutlich geringer ist als bei Männern (5%).


Zu meinem Lauf: 42,2 km, 4:32:48, 241. M65 von 562, 20.754 gesamt von 25.746

Dass ich mich nicht für Boston qualifizieren konnte, wurmt mich schon etwas. Vor 2 Jahren bin ich um 20 Sekunden gescheitert, diesmal war ich ganz chancenlos. So geht mein Dank an InterAir dafür, dass ich mir diesen Stern anheften darf.

Im eiskalten Regen am Start kann ich mir kaum vorstellen, dass heute ein Marathon möglich ist. Wie alle anderen lasse ich mir das nicht anmerken und starte mit der Regenjacke, die zum Wegwerfen vorgesehen war, und renne die ersten 10 km auch noch mit dem Plastiksack. Viele lassen ihn sogar bis kurz vor dem Zieleinlauf an.

Zwischendurch lässt der Regen etwas nach, und an windgeschützten Stellen kommt mir alles halb so schlimm vor. Dann kommt der nächste Guss, und in 2 Sekunden bin ich wieder nass bis auf die Haut. Der stürmische Gegenwind trägt zum Erlebniswert bei. Ebenso die "Kiss me"-Studentinnen am Wellesley-College. Dann beginnen schon bei Halbmarathon die Oberschenkel zu schmerzen. Mit ein paar kleinen Gehpausen rette ich mich ins Ziel. Die lange Zielgerade verursacht bei mir ein ebenso langes Strahlen, verstärkt durch einen letzten Wolkenbruch.

454

18.03.18 Hörnum - List, 37. Syltlauf
33,3

Die Syltlauf-Macher bleiben ihrer Linie treu. Hier läuft alles noch genau so ab, wie seit 37 Jahren schon. Die Anmeldung erfolgt per Landpost mit ausgefülltem Formular, die Bestätigung erhält man per Sylt-Ansichtspostkarte. Die Ansprache beim Start durch Syltlauf-Vater Franz Beilmann wird vom Winde verweht, doch da er seit 37 Jahren dieselben Späße macht, wissen wir auch so, wann wir lachen sollen.

Wie immer waren die 900 Startplätze für Einzelläufer spätestens ein halbes Jahr vorher ausverkauft. Doch in diesem Jahr erreichen nur 2 Drittel davon das Ziel. Viele treten wohl gar nicht erst an, weil der strenge Winter vom Training abhielt. Nicht wenige brechen aber auch heute den Lauf in Westerland ab, wohl wissend, dass der eiskalte Nordost-Wind ab Kampen seine volle Wirkung enfaltet. Und viele sind nach 4 Stunden noch auf der Strecke. Es sind heute die härtesten Bedingungen seit vielen Jahren, doch beim Syltlauf gibt es kein Pardon. Wer nach 4 Stunden nicht im Ziel ist, bekommt zwar noch seine Medaille, erscheint aber nicht in der Ergebnisliste.


Foto: Warm anziehen heißt es mal wieder beim Syltlauf.


Zu meinem Lauf: 33,3 km, 3:23:21, 4. M65 von 11, 306. gesamt von 609 (50%)

Läufer zählen nicht unbedingt zu den vernünftigsten Menschen. Zum Beispiel ich. Aber es ist ja auch alles gebucht und bezahlt. Da lass ich mich doch von einer banalen Erkältung nicht zurückhalten. Am Start habe ich dann leichte Zweifel, ob das alles so richtig ist. Aber erstmal geht es munter los, der Wind kommt von rechts und wirft uns nur ab und zu aus der Spur. Ich entdecke einen M65er von Spiridon Frankfurt und versuche, an ihm dranzubleiben. Erst ein Hustenanfall, dann die Verpflegungsstation lassen mich mehrfach abreissen. Und der Typ läuft so aufreizend locker, während ich allmählich an meine Grenzen komme. In Westerland muss ich ihn ziehen lassen.

Und dann beginnt das Drama. Schon bei Kilometer 24 bin ich ganzkörpererschöpft und muss die erste Gehpause einlegen. So geht das weiter bis nach List. Auf der Zielgeraden kann ich gerade noch den Sieger der M75 abfangen. Der Spiridon-M65-Mann hat mir auf der zweiten Hälfte 20 Minuten abgenommen. Was für ein Desaster! Ist das alles nur dem Schnupfen geschuldet oder geht es mit mir so steil bergab? Dass ich damit sogar noch den 4. Platz belege, kann mich nur wenig trösten. Aber die Medaille ist wirklich schön. "Königin der Nordsee" ... mit Bescheidenheit hatte man es auf Sylt noch nie.

453

04.03.18 London (UK), 1. The Big Half
21,1 (Fun Run ausgefallen)

Wenn in Südengland mal 2 cm Schnee fallen, ist das Land am Rande des Zusammenbruchs. So bleibt auch die Durchführung der Halbmarathon-Premiere in London noch bis Samstag fraglich. Es handelt sich um ein neues Event der Organisatoren des London-Marathons, das vordringlich als lokales Ereignis aufgezogen wird. So erhalten die Anwohner der 4 Stadtteile, durch die die Strecke führt, die Startnummer für ermäßigte 10 Pfund.

Ansonsten ist die Handschrift des London-Marathons klar wiederzuerkennen. Doch gibt es keine Marathon-Messe. Die Startnummern werden den Teilnehmern vorab zugeschickt. Allerdings nur im Inland. Briefe über den Kanal zu schicken, scheint im Brexit-Country undenkbar. Alle Ausländer müssen sich vor dem Start die Unterlagen holen und dazu noch den Ausweis vorzeigen.

Die Premiere sieht über 11.000 Läufer und Läuferinnen, kann aber an die Stimmung des Marathons bei weitem noch nicht heranreichen. Zuschauer ballen sich nur an wenigen Punkten, auch die Musikunterhaltung ist sehr begrenzt. Dafür ist die Streckenführung einfallsreich. Auf einigen engen Gassen mit mittelalterlichem Kopfsteinpflaster und vielen engen Kurven zeigt man uns die historischen Ecken des alten Londons. Die Siegerzeit von Mo Farah ist mit 1:01:40 folglich auch weit von absoluten Topzeiten entfernt. Bemerkenswert ist die Frauenquote von 49,5%.


Zu meinem Lauf: 21,1 km, 1:51:47, 8. M65 von 48, 3562. gesamt von 11.598 (31%)

Unser London-Wochenende steht unter keinem guten Stern. 2 Nachmittage verbringen wir am Düsseldorfer Flughafen, um am Samstagabend statt in London endlich in Birmingham zu landen und den Rest per Bahn zurückzulegen. Schließlich empfängt uns aber der Sonntagmorgen mit Sonnenschein und die Laufbedingungen sind bestens. Weniger optimal ist, dass ich vor dem Start noch 40 Minuten für die Startnummer anstehen muss. Wenig gentleman-like drängle ich mich etwas vor und kann auf die letzte Sekunde gerade noch meinen Kleiderbeutel abgeben.

Beim Lauf wird es dann nicht besser, aber das liegt an mir selbst. Die schlechte Form von Bertlich bestätigt sich auch heute. Von Beginn an schnappe ich nach Luft. Mit großer Mühe kann ich das geplante Tempo bis km 15 halten, aber dann bröckelt es. Es bleibt mir nur die Hoffnung, dass das an einer nicht ganz ausgeheilten Erkältung liegt und es irgendwann von selbst wieder besser läuft.

Ich wusste nicht, dass die Altersklassen auch in England nach Geburtstagsdatum wechseln. Dann bastel ich mir meinen M65-Platz eben selbst. Sieht wenigstens besser aus.

Übrigens wurde auch noch der Rückflug gecancelt. Von einer Buchung bei "Flybe" kann ich nach dieser Erfahrung nur dringend abraten.

452

18.02.18 Herten, 104. Bertlicher Straßenläufe
0,8/5/7,5/10/15/21,1/30/42,2

Auch die Umbauarbeiten in den gastgebenden Werkstätten-Häusern können den SuS Bertlich nicht aus der gewohnten Ordnung bringen. Souverän wird umorganisiert, so dass man sich schon fragen muss, ob es jetzt nicht noch besser klappt als vorher. Wieder einmal sind über 1000 Läuferinnen und Läufer bei den Bertlicher Straßenläufen zu Gast, die heute zum 104. Mal stattfinden. Das Erstaunlichste ist, dass immer wieder ausreichend Freiwillige aktiviert werden können, und das drei Mal im Jahr. Sie haben den Dank aller Teilnehmer verdient.

Man gewöhnt sich über die Jahre an die Bertlicher Perfektion und ihre Eigenarten, doch dass man 2 Stunden auf die Ergebnisliste warten muss, ist ein Anachronismus. Geschuldet zum einen der für Bertlich typischen Handarbeit, doch vor allem auch der bevormundenden Regel, die Ergebnisse nicht vor der Siegerehrung zu verkünden. Dabei muss man angesichts der wunderbaren Kuchentheke und einem schon professionellen Rund-um-Catering gar nicht befürchten, dass die Leute fluchtartig die Stätte verlassen.


Zu meinem Lauf: 21,1 km, 1:52:40,
3. M65 von 7, 86. gesamt von 168 (51%)

Die Zielvorgabe heißt heute, ein Tempo von
5:20 min/km zu testen. Das ist das Wunschtempo für den Syltlauf in 4 Wochen. Dort gilt es dann aber, das für 33 km zu halten!

Am Ende kommt ein Schnitt von 5:18 zustande. Das sieht nach Erfolg aus. Doch war ich heute wider Erwarten am Limit. Es gibt also noch Einiges zu tun. Dass es damit heute keinen Läuferpokal zu gewinnen gibt, war klar. Die M65-Siegerzeiten sind allerdings über fast alle Distanzen ernüchternd. Es sieht so aus, dass es auch mit Bestform und als Jüngster der AK nichts wird.

Erst im Nachhinein stolpere ich über mein Jubiläum: 40 Mal in Bertlich! Ich hoffe, noch mindestens auf 50 zu kommen, vermutlich dann immer noch sieglos.

(Foto: Wolfgang Steeg, catfun)

451

14.01.18 Hout Bay (RSA), Bay to Bay Run
15/30

Am Start des 15km-Laufs vor dem Hafen von Hout Bay spricht der Moderator zu Recht von Rekordbeteiligung. Es dürften an die 3000 Teilnehmer sein, die sich hier aufstellen. Dabei gehen mindestens noch einmal genauso viele in Camps Bay auf die Langstrecke, die sich als Vorbereitung auf den Peninsula-Marathon im Februar und den legendären Two Oceans am Ostersamstag anbietet. Für Südafrika typisch ist das buntgemischte Feld. Vorne wird Hochleistung geboten, hinten wird oft mehr gewalkt als gelaufen, und dennoch werden alle mit ihrer Leistung voll akzeptiert. Im Ziel sind alle wieder beisammen und versorgen sich im stets fürsorglich aufgebauten Vereinszelt.

Respektvoll ist schon die Begriffswahl. Ab 40 ist man Master, ich bin mit 60 ein Grand Master und die 70jährigen dürfen sich Great Grand Master nennen. Nach deutschen Regeln wäre das jetzt schon mein 2. Lauf in M65, doch in Südafrika wechselt die Altersgruppe nicht zum Jahreswechsel, sondern individuell mit dem Geburtstag.


Zu meinem Lauf: 15 km, 1:25:13,
5. M60 von 48, 294. gesamt von 2.555 (12%)

Montezuma rächt sich nicht nur in Südamerika, sondern hat mich auch hier hinweggerafft und die ganze Woche über Sport unmöglich gemacht. So bin ich glücklich, heute schon wieder an den Start gehen zu können. Vorsichtig teste ich, ob die Eingeweide das laufende Geschaukel tolerieren. Dann kann ich zu meiner Freude das Rennen ganz ordentlich zu Ende laufen. Start ist weckerfreundlich heute erst um 07:30 Uhr, allerdings mit der Konsequenz, dass bald nicht nur das Hemd, sondern sogar die Hose tropfend schweissnass ist. Selbst die atlantische Brise vermag da nicht zu helfen.

So gesehen, darf ich mit meiner Leistung nicht hadern, zumal auf den ersten 5 km gleich 150 Höhenmeter zu bewältigen sind.

Wie immer erfährt man beim Zieleinlauf direkt seine Platzierung im Gesamtfeld. Unter den ersten 300 zu sein, macht sich ganz gut. Da darf ich mein Kärtchen noch stolz in die Ergebnistafel klemmen, während ferner Gelaufene nur noch schnöde in einem Pappkarton gesammelt werden.
 

450

06.01.18 Constantia (RSA), 44. Hohenort 15K
15

Läufe in Kapstadt und Umgebung sind stets gut frequentiert. Dieser hier scheint einen besonders guten Ruf zu haben. Hier treten über 2000 Läuferinnen und Läufer an, obwohl die Strecke alles andere als einfach ist. Über unzählige Rampen und eine besonders fiese Steigung geht es auf ruhigen Straßen mit rund 200 Höhenmetern durch die Vororte am Osthang des Tafelbergs. Unzählige Streckenposten hat der Veranstalter aufgeboten, und alle sind gut gelaunt. Kaum einer läuft an ihnen vorbei, ohne "thank you, marshal" zu sagen. Laufen in Südafrika bietet immer wieder eine besondere, familiäre und freundliche Atmosphäre. Auch mit diesem großen Teilnehmerfeld wird alles in Handarbeit abgewickelt. Nach einer Woche ist die Ergebnisliste wie gewohnt als Excel-Tabelle im Internet abrufbar. Für die freiwilligen Helfer gibt es übrigens einen separaten "Helpers Run" am Mittwoch zuvor, der auch 76 Teilnehmer hatte.
 

Zu meinem Lauf: 15 km, 1:22:57,
17. M60 von 79, 512. gesamt 2.158

Wieder so ein Nachtlauf. Start ist um 06:00 Uhr. Ich bin ohnehin ein klassischer Morgenmuffel und demzufolge der letzte, der um diese Zeit Hochleistung bringen kann. Trotz der vielen Wettkämpfe bin ich eher unzufrieden mit dem Urlaubstrainings-pensum. Das ganze ist wenig strukturiert und das Pensum insgesamt zu gering. Na gut, das soll dann zuhause wieder besser werden. Heute lasse ich es betont ruhig angehen am Start. Auch um 6 Uhr bin ich nach wenigen Hundert Metern schweissgebadet. Den langen Anstieg bei km 9 gehe ich größtenteils, wie fast alle anderen um mich herum. Die Steigung hat etwa 10%, da ist man gehend nicht viel langsamer. Am Ende bin ich in der Lage, noch etwas zu forcieren, und der heute gemäßigte Hustenanfall kommt erst im Ziel. Dort gibt es wie immer Cola, genau einen Becher für jeden, und leider statt einer Medaille ein Paar Socken. 
 

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