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Alle meine Wettkämpfe 2004

zum aktuellen Jahr

siehe auch: schönste Läufe in Westfalen  Trophäen

Foto: Strahlemann beim Zugspitzlauf 2004
dieses Star-Foto in groß

Angelika meint, diese Seite hätte allmählich die Dimension Strunz'scher Selbstdarstellung erreicht.
Ich hoffe, Ihr seht das anders. Jedenfalls mach ich erstmal so weiter.

lfd.

Datum Ort

Name

 Distz

Distz

ømin       Link zu persönlichen

Nr.

     

(km)

 lfd Nr

/km

Std

Min

Sek

kurzen Eindrücken

2004

231 31.12.04 Werl-Soest Silvesterlauf 15,0 22 4:13 1 03 10

Überall Rivalen

230 12.12.04 Witten Weihnachtslauf 9,8 1 4:07   40 24

Kein Wiederholungswunder

229 04.12.04 Herdecke Nikolauslauf 9,6 3 4:03   38 54

Her mit den Bäumen

228 28.11.04 Herten-Bertlich Straßenlauf 7,5 9 4:11   31 21

Nur der Husten attackiert

227 20.11.04 Ha-Hohenlimburg Herbstwaldlauf 9,4 2 4:33   42 47

Winterwaldlauf

226 31.10.04 Llanberis (GB) Snowdonia-Marathon 42,2 10 5:31 3 52 50

Eine Berg-Tortour

225 16.10.04 Lengerich-Hohne Teuto-Lauf 27,5 2 4:54 2 14 40

Durch den Wald gewetzt

224 09.10.04 Coesfeld City-Lauf 5,0 23 3:55   19 34

Generationen-Lauf

223 02.10.04 Haltern-Sythen Straßenlauf 5,0 22 3:56   19 39

Rita ist zu schnell für mich

222 26.09.04 Herdecke-Westende Sterntaler-Lauf 9,5 2 5:34   52 50

Der ganz andere Lauf

221 12.09.04 Köln Marathon 42,2 9 6:19 4 26 46

Der Kavalier-Lauf

220 29.08.04 Neuhausen (CH) Rheinfall-Lauf 24,0 1 4:50 1 56 09

Ein Treppen-Waldlauf

219 31.07.04 Menden Waldlauf 20,0 8 4:45 1 35 03

Finisher-Freibier

218 17.07.04 Garmisch-Partenkirch. Zugspitzlauf 21,0 1 9:40 3 23 28

Genuß im Geröll

217 10.07.04 Schmallenberg Härdlerlauf 26,2 4 4:43 2 03 22

Zwischenhoch

216 19.06.04 Borgholzhausen Die Nacht 16,1 3 4:21 1 10 00

Stimmung am Teuto

215 01.06.04 Immenstadt Iller-Marathon 10,6 1 4:20   45 56

Ein Erlebnislauf im Urlaub

214 31.05.04 Dortmund-Kirchlinde Friedenslauf 10,0 87 4:10   41 35

Spaßfreie Schlammschlacht

213 23.05.04 Bochum-Langendreer Um den Volkspark 10,0 86 4:05   40 48

Treppchen-Stammplatz

212 15.05.04 Bochum-Laer Ümminger See 5,0 21 3:52   19 21

Stöhnen und Beißen

211 25.04.04 Bochum - Herne RuhrHalbMarathon 21,1 16 5:42 2 00 26

Läuferfest an der Ruhr

210 18.04.04 London (GB) Marathon 42,2 8 4:47 3 21 48

Bericht: Gain in the Rain

209 03.04.04 Bochum Uni-Run 21,1 15 5:09 1 48 42

Schöner Trainingslauf

208 21.03.04 Hörnum-List Syltlauf 33,3 2 4:38 2 34 27

Ausführlicher Bericht

207 13.03.04 Witten X-Duathlon Staffel 6,2 1 4:11   25 00

Perfekter Endspurt

206 07.02.04 Apeldoorn (NL) Asselronde 27,4 2 4:45 2 09 56

reine Routine

1983-1998  1999  2000-2001  2002  2003  2004  2005  (Kurzberichte ab 1999)

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231

Werl-Soest, Silvesterlauf
15km, 1:03:10, 27. M50 von 426 (6%), 375. von 5592 (7%)

Schon fast regelmäßig gibt es neue Teilnehmer-Rekorde beim Silvesterlauf, der zum 23. Mal stattfand. Erstaunlich ist aber, wieviele Läufer zwischen Anmeldung und Zieleinlauf verlorengehen. Weit über 6000 sollen sich angemeldet haben. In der Ergebnisliste blieben davon 5592. Aber auch das ist neuer Rekord.

Und die Orga zeigt sich weiter verbessert. Während früher mit halb sovielen Teilnehmern das Chaos in der Stadthalle ausbrach, ist heute alles sehr entspannt. Manche kritisieren, dass die Kleidersäcke so früh abgegeben werden müssen. Aber das geht wohl nicht anders. Schließlich ist dies kein Marathon. Die ersten Läufer sind nach 45 Minuten im Ziel. Bis dahin müssen die LKWs nach Soest fahren, und dann müssen 6000 Beutel ausgeladen und sortiert werden.
Mäkeln kann man allenfalls immer noch an den Kilometer-Markierungen. Entweder sieht man sie gar nicht. Und wenn man sie sieht, stehen sie so falsch, dass man mit den Zwischenzeiten nichts anfangen kann.

Mit der tollen Stimmung in den Dörfern an der Strecke und dem Zieleinlauf auf dem Marktplatz bleibt der Silvesterlauf ein würdiger Abschluss für jedes Läuferjahr.

Zu meinem Lauf: Mit meinem 15. Start (und 1x Wandern) gehöre ich quasi schon zum Inventar bei Werl-Soest. Das ganze ist zum Ritual geworden, vom Warmlaufen rund um die Saline im Kurpark Werl bis zum Endspurt an der Kotzgrenze in Soest.

Prickelnd war schon die Startaufstellung. Ringsum bauten sich die Rivalen auf. Da waren die Strategen vom Lauftreff Stockum, und da vorn links Michael Leyendecker; Stefan Vorberg hatte ich beim Warmlaufen gesehen, jetzt lauerte er wohl irgendwo vesteckt in der Nähe. Nach zögerlichem Start fanden wir ein flottes 4-Minuten-Tempo. Burkhard war dabei schnell verheizt, nach langer Verletzungs-pause ist er nicht in Form. Ich hielt mich dann an Vater und Sohn Dünkelmann. Vorsichtshalber ließ ich sie bald auf Sichtweite davonziehen. Da sollte doch später wieder ranzukommen sein. Das schaffte ich dann auch kurz vor km 10. Da zeigte die Uhr 42:20, und ich wußte, dass die letzten 5km bis Soest die schnellsten sind.

Jetzt kam von hinten Lauftreffkollege Uwe. Er übte sich in psychologischer Kriegsführung und erkundigte sich scheinheilig etwas zu laut nach unserem Befinden. Mit sichtlichem Vergnügen zeigte er uns geradezu beschwingt die Fersen. Dann zogen mir auch die Dünkelmänner davon. Dranzubleiben hätte jetzt sehr weh getan, da fehlte mir der Biss. Schließlich waren es noch 3km.

 

Noch 2km. Ich ziehe an einem älteren Herrn vorbei. Er schaut mich an und gibt wieder Gas. Bestimmt denkt er, ich sei in seiner Altersklasse. Später fällt mir ein, woher ich ihn kenne. Horst Clemens hatte beim Syltlauf im Bus neben mir gesessen. Er wird heute 2. der M65.

Noch 1km. Da pirscht sich Lauftreffkollege Frank plötzlich von hinten an und grüßt freundlich. Oder ist es mehr ein Grinsen? Ein paar Meter laufen wir nebeneinander, dann muss ich mir auch seine Rückseite ansehen. Dabei bin ich gar nicht langsamer geworden. Meine Überholquote ist positiv. Wir nähern uns dem Marktplatz, und ich erinnere mich an so manchen Endspurt an dieser Stelle. Ich gehe in Schräglage und schiebe mich lautlos an Frank vorbei. Der findet das nicht nett und hat tatsächlich die Kraft zu kontern.

Viele fröhliche Leute warten hinter der Ziellinie. Da kann man ja nur gut gelaunt sein. Und zufrieden mit meiner fünftbesten Silvesterzeit bin ich allemal. Und schön wars doch.

Stefan war übrigens hinter mir und doch schneller als ich. Verflixte Nettozeiten!

 

  
links: Es fängt langsam an wehzutun.          rechts: Daniel Dünkelmann ist dagegen recht locker.
(Fotos: www.four-foto.de )
 

230

Witten, Weihnachtslauf
9,8km, 70 Höhenmeter, 40:24, 1. M50 (!) von 10, 52. von 226 (23%)

Veranstalter PV Triathlon konnte bei der 14. Auflage einen neuen Melderekord feiern. Dass es über 800 Anmeldungen gab, lag vor allem an den Wittener Schulen. Ihrem Engagement war zu verdanken, dass besonders der 2km-Lauf mit 360 Finishern zu einem Großereignis wurde. Und auch der kostenlose Bambini-Lauf kam bestens an.

Der Hauptlauf dagegen dümpelt eher vor sich hin. Seit Jahren kleben die Läuferzahlen bei relativ bescheidenen 200 Teilnehmern. Gründe dafür sind wohl verschiedene: Die Runde durch die City protzt nicht mit Sehenswürdigkeiten. Und diesmal war es baustellenbedingt eine krumme Distanz, die Steigung auf der Bahnhofstraße musste gleich 7mal genommen werden. Es fehlt ein Raum für geselliges Beisammensein und für die Siegerehrung. Dazu kommt wiederholtes Wetterpech. Nach häßlichen Regentagen in den Vorjahren war es diesmal klirrend kalt. Darunter litten besonders die Siegerehrungen.

Dabei hat der Weihnachtslauf auch attraktive Seiten. Zahlreiche Zuschauer an Start und Ziel verbreiten eine tolle Stimmung. Es gibt ordentliche Preise für die ersten 3 jeder Altersklasse. Und der Höhenunterschied der Strecke wird überschätzt. Es sind nur jeweils 10 Meter auf der Bahnhofstrasse.

Also: Im nächsten Jahr seid Ihr hoffentlich dabei!

Zu meinem Lauf: Wunder geschehen eben nicht wöchentlich. Ich ahnte es schon, als ich beim Training nur noch schwere Beine hatte. Aber mir fehlte der Mut, mich einfach nur mit Erholung vorzubereiten.

So wurde es eine Start-Ziel-Quälerei. Stefan Vorberg, mit dem ich so gern zusammen zur Bestzeit gelaufen wäre, war sofort 30 Meter weg. Anfangs hoffte ich noch, wieder dranzukommen. Aber die Lücke wurde immer größer. Dann versuchte der laufende Weih-nachtsmann Jörg Wälter, mich heranzuführen. Es ging nicht. Ich musste auch ihn ziehen lassen. Vielen Dank an alle, die mich an der Strecke so lautstark unterstützt haben. Ich war leider heute nicht zu einem Lächeln fähig. Erst recht nicht, als die M70 in Gestalt von Werner Beecker mal wieder an mir vorbeizog.

Strahlen konnte ich dann aber auf dem Siegertreppchen. Es war schön, beim Heimspiel da oben zu stehen. Aber ehrlich, ich wäre lieber eine Minute schneller gewesen und dafür Vierter.

Foto von Andrea Halbe: Auch der Windschatten von Jörg Wälter macht mich nicht schneller.
 

229

Herdecke, Nikolauslauf
9,6km, 38:54, 6. M50 von 63 (9,5%), 82. von 980 (8,4%)

Der Lauf des Ruderclubs Herdecke war lange Jahre ein Geheimtipp. Doch der hat sich inzwischen weit herumgesprochen. Überraschend musste ein Anmeldestopp verfügt werden, nachdem 1.100 Voranmeldungen eingetroffen waren. Aber am Samstag wurden Ummeldungen sehr unbürokratisch akzeptiert, so dass viele, die auf diese Lösung gehofft hatten, noch mitlaufen konnten.

Was macht den Lauf so attraktiv? Die schöne, schnelle Strecke um den Hengsteysee, voll asphaltiert, aber doch immer im Grünen. Die familiäre Atmosphäre im Bootshaus des Ruderclubs mit liebevoller Bewirtung und einer schönen Siegerehrung. Die allerdings von Jahr zu Jahr später erfolgt. Allmählich scheint das Ganze die Kapazitätsgrenze überschritten zu haben. Der Veranstalter war nicht in der Lage, eine Ergebnisliste auszuhängen. Auch im Internet dauerte es bis Montagnachmittag, bis die Liste endlich kam. Da sind wir Läufer mittlerweile verwöhnt, und es wundert mich, dass keine Beschwerden im Gästebuch zu finden sind. Vermutlich mögen die Leute den Lauf auch so. Übrigens: Die Frauenquote lag bei unglaublichen 37%. Schöne Zeiten sind das, in denen wir jetzt laufen.

Zu meinem Lauf: Beim Warmlaufen täuscht das Gefühl häufig. Hat das Rennen aber erstmal begonnen, weiß man spätestens nach 2-3 Kilometern, wie die Tagesform aussieht. Blick auf die Uhr nach 1 km: 3:51. Und ich fühle mich stark wie ein Holzfäller: Heute warten die Bäume nur darauf, von mir ausgerissen zu werden. 20 Meter vor mir sehe ich Michael Leiendecker. Seit dem Wittener Cross-Duathlon ist er ein "Holger Meier" für mich (Greif-Jünger wissen, was ich meine. siehe Nachtrag unten). Rechts neben ihm leuchtet die blonde Mähne von Stefan Vorberg. Beide sind Läufer, mit denen ich nur an sehr guten Tagen mithalten kann. Beide sind aber auch Schnellstarter. Also halte ich mich in respektvollem Abstand. Aber schon nach 3km schiebe ich mich mit breitem Brustkorb an Michael vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen, und sehe ihn nicht wieder. Jetzt hänge ich mich an Stefan, der das perfekte Tempo für mich macht.

Auf der Ruhrbrücke merken wir, dass wir die ganze Zeit Rückenwind hatten. Lag es nur daran, dass es bisher so gut lief? Stefan und ich laufen jetzt am Limit. Wir machen uns gegenseitig Mut. Der 5er steht falsch. Den 6er nicht gesehen, der ist schon vorbei. Gleich muss schon der 8er kommen. Da vorn steht der 9er, das weiß ich genau. Da schau ich auf die Uhr und weiß, dass wir nah an 39 Minuten kommen können. Schon 500 Meter vor dem Ziel beginne ich laut zu stöhnen. Als ich die Ziel-Uhr von weitem sehe, zeigt sie die 38 vorne. Ich höre den Sprecher: "Er ist am Ende seiner Kräfte." Ich bin gemeint, und er hat Recht. Aber es reicht immer noch, um zufrieden mit Stefan um die Wette zu strahlen: 38:54.

Es gibt also noch Wunder. Lag es vielleicht an den Bronchitis-Medikamenten, die ich eine Woche lang genommen habe? Vorsichtshalber hab ich nachgesehen: Gelomyrtol steht nicht auf der Dopingliste.

Nachtrag: Im Spiegel stand jetzt eine Definition von Holger Meier, die mit der meinen nicht übereinstimmt. So negativ habe ich das bei Peter Greif nie verstanden. Für mich ist Holger Meier ein lieber Laufkamerad, bei dem es ganz besonderen Spaß macht, wenn man selbst schneller ist.
Spiegel-Artikel
 

228

Herten-Bertlich, Straßenlauf
7,5km, 31:21, 3. M50 von 7 (43%),  22. gesamt von 90 (24%)

Gibt es Läufer, die Bertlich noch nicht kennen? Für alle Wiederholungstäter nichts Neues: Der SuS Bertlich bleibt der Perfektionist unter den Veranstaltern. Leider nehmen sie es mit den DLV-Vorschriften aber auch sehr genau. So durfte unser Richard Szlachta zum Beispiel nicht mit seinem Marathon-erfahrenen Zwergpudel Oskar starten. Dabei wäre das in dem kleinen Läuferfeld sicher keine Behinderung.

Andererseits ist es nicht schlecht, dass es bei allem Fit-for-Fun-Gedöns noch Veranstalter gibt, die die reine Lehre vertreten. In Bertlich geht es eben nicht um Fun, sondern um Performance. Nicht Lachen, sondern Leistung ist die Devise.

Neu sind die Startnummern mit einem Strichcode, der am Ziel eingescannt wird. Noch schneller als früher schon konnte die Auswertung damit nicht werden. Aber vielleicht sicherer und einfacher.
 

Marathon in Bertlich: Für den harten Kern der Laufgemeinde


Zu meinem Lauf: Ich weiß gar nicht, worüber meine Enttäuschung größer war. Dass ich auch beim 23. Start in Bertlich meine Altersklasse nicht gewinnen konnte oder dass meine Leistung schwächer als erwartet war. Vielleicht war das Tempotraining diese Woche doch zuviel, oder die Allergietabletten wirkten sich auf die Form aus. Auf jeden Fall warfen mich mehrere schlimme Hustenattacken unterwegs aus der Bahn. Wenn man das Zeug aus der siebten Sohle auswirft, zieht es einem förmlich die Beine weg. Als dann bei km 5 der 72jährige Werner Beecker flott an mir vorbeizog, baute mich das auch nicht gerade auf. Ich dachte, ich hätte die M70 mittlerweile im Griff. Im Ziel hatte ich Gelegenheit, mit dem M50-Sieger Richard Stiller zu sprechen. Er verriet, dass er wöchentlich 120km trainiert. Das ist dann doch eine andere Liga. Na ja, vielleicht im nächsten Jahr, wenn ich mehr Zeit habe (ab 01.07.05 komm ich groß raus, wartet mal ab!).
 

227

Hagen-Hohenlimburg, Herbstwaldlauf
9,4km, 287 Höhenmeter, 6. M50 von 11 (55%), 33. ges. von 160 (21%)

Beim Waldlauf des TV Elsey sieht man jedes Jahr dieselben Gesichter. Die Läufer freuen sich immer wieder von Neuem auf die gut präparierten Schlammlöcher. Nachdem die Strecke im letzten Jahr enttäuschend trocken war, wurden diesmal alle Erwartungen noch übertroffen. Auch optisch war es ein Genuß, oben am Bemberg durch eine verschneite Winterlandschaft zu laufen.
Der Herbstwaldlauf firmiert immer noch mit der Distanz von 10km. Dabei endet das Streckenprofil bei 9,35km, wie auf der website des Veranstalters zu sehen ist. Das dürfte auch hinkommen.
Ansonsten aber stimmt hier der Blick fürs Detail. Freundliche Helfer an jeder Ecke im Wald, jede Dame gewinnt einen Blumentopf, schnelle Auswertung und reichlich Präsente für die Sieger.



Lockerer Auftakt mit einer Stadionrunde. (Foto: TV Elsey)
 

Zu meinem Lauf: Nachdem ich mich beim Snowdonia-Marathon überfordert hatte, ging ich diesen Lauf bewusst vorsichtig an. Außerdem erinnerte ich mich sehr gut  daran, wie ich im letzten Jahr bei km 6 eine Gehpause einlegen musste. Das sollte mir nicht wieder passieren. So wurde es ein angenehmer Wettkampf ohne jede Quälerei. Ich genoss die Schlammpassagen (immer mitten durch) und den verschneiten Wald. Nahm die Steigung in langsamem Trab, ohne überholt zu werden. Die letzten 2km lief ich dann nur noch auf Platzierung. Es machte Spaß, im Windschatten zu laufen, immer mit dem Gefühl, gleich noch zulegen zu können. Das tat ich dann erst auf der Stadionrunde, wo ich noch 2 Jugendliche überholen konnte und plötzlich den AK-Rivalen Michael Leiendecker etwa 70 Meter vor mir sah. Da gab ich doch noch das Letzte, kam aber nur bis auf ca. 30 Meter ran. Ein schöner Lauf, der mir wieder Hoffnung gibt, bald wieder Gas geben zu können.
 

226

Llanberis, Wales, Snowdonia-Marathon
42,2km, ca. 900 Höhenmeter, 21. M50 von 80 (26%), 221. ges. von 810 (27%)

zum Bildbericht

Foto rechts:
Die Szenerie beim
Start. Gleich geht's
erstmal aufwärts.
300 Höhenmeter
in 4 Kilometern.

BBC-Bericht

siehe auch:
Bilder vom Snowdonia Nationalpark


Zu meinem Lauf: Im Nachhinein kann ich mir das Debakel ganz gut erklären. Der Teutolauf steckte noch in den Beinen, und die Folgen der Rotwein-Orgie bei Angelikas Geburtstagsfeier hatte ich schon beim Training gespürt. Außerdem hatte ich die Vorbereitung nicht besonders ernst genommen, wollte den Landschaftslauf nur genießen, dabei Fotos machen, aber doch eine gute Zeit laufen. Dieses konfuse Konzept war zum Scheitern verurteilt.

Dabei stimmten die äußeren Bedingungen. 14 Grad, heiter bis wolkig. Gut geschlafen und keine Spur von Nervosität vor dem Start. Aber dann nahm das Unheil seinen Lauf. Schon nach dem ersten ermüdenden Abstieg, nach 10km, wußte ich, dass es ein harter Tag werden sollte. Nach 25km war ich so fertig, dass ich die Verpfle-gungsstationen zur Tarnung langer Gehpausen nutzte. Mein Puls war kaum noch über 120 zu bringen. Jeder vernünftige Mensch hätte sich an den Straßenrand gesetzt. In meinem Kopf war für Vernunft kein Platz. Das ist schon fast bedenklich: Ich dachte nicht eine Sekunde an Aufgeben. Fehlt da irgendwo eine Sicherheits-sperre?

Für den letzten Hauptanstieg ab km 32 bin ich dankbar, denn da fällt Gehen nicht weiter auf. Alle tuen es. Und die letzten 5 km geht es dann steil bergab. Sehr steil! Die Oberschenkel schmerzen bei jedem Schritt. Ich stöhne mich von Meter zu Meter. Nur meine gute Erziehung zwingt mich noch immer zu einem Lächeln für die sehr freundlichen Helfer und Zuschauer. Irgendwie erreiche ich aufrecht das Ziel. Der Moderator betont, ich sei M50. Vermutlich weil ich noch viel älter aussehe. Im Verpflegungszelt sitze ich hilflos mit meiner Teetasse und bin einem Weinkrampf nahe. Frage von nebenan: "Do it again?" Never ever!
(na ja, es kann eigentlich nur besser werden)

    
Foto links: 1km vor dem Ziel. Mit höchster Konzentration gelingt mir ein Lächeln für die Fotografin. Alles, nur kein Mitleid!
Foto rechts: Kurz darauf fühle ich mich unbeobachtet und offenbare meinen wahren Zustand.
 

225

Lengerich-Hohne, Teutolauf
27,5km, 500 Höhenmeter, 13. M50 von 69 (19%), 144. gesamt von 776 (19%)

Diesen Lauf hatte ich schon bei meiner Premiere vor 2 Jahren ins Herz geschlossen. Schöner kann ein Landschaftslauf kaum sein. Vor allem die Wurzelwege auf dem Rückweg von Bad Iburg, ab km 13, haben es mir angetan. Bei jedem Schritt muss man den Fuß anders setzen, die Muskeln sind für die Abwechslung dankbar, und es macht einen Heidenspaß, durch den Wald zu fliegen. Bei km 20 gibt's dann die sprichwörtlichen Domino-Steine. Ich setzte aber auf die bewährte Selbstver-pflegung im Trinkgürtel, die immer wieder für einige Überholvorgänge gut ist.

Ich kenne keine andere Lauf-Veranstaltung, die derart liebevoll gestaltet wird. Da werden Lagepläne zur Orientierung ausgehängt, die Wände mit Fotos aus den Vorjahren dekoriert, gleich an mehreren Stellen Ergebnislisten ausgehängt. Ganz zu schweigen von Hunderten Kreidemarkierungen auf Stolper-Wurzeln im Wald. Schon die Ausschreibung ist mit ironischen Späßen gewürzt, in wohltuendem Gegensatz zu manchen Freizeit-Beamten, die Lauf-Einladungen formulieren. In die humorvoll angekündigten Familien-Duschen hab ich mich aber mangels Familie nicht hineingetraut. Was hätte man dort von mir denken sollen? (womöglich das Richtige!) So dachten wohl die meisten, denn die Herren-Duschen waren so rappelvoll, dass man Mühe hatte, seine sieben Sachen zusammenzuhalten.
 


Der Start beim Teuto-Lauf: Mit Nr. 671 der spätere Sieger Dirk Strothmann
vom LC Solbad Ravensberg (Fotos: Angelika Scheil)


Zu meinem Lauf: Mit der zur Zeit ordentlichen Form erwartete ich schon, die Zeit von vor 2 Jahren (2:20:58) unterbieten zu können. Ich hoffte auf einen Schnitt von 5 min/km, was angesichts des Streckenprofils schon recht anspruchsvoll war. Als ich dann beim ersten Anstieg für den 3. km über 6 Min brauchte und auch die nächsten 3 Kilometer immer über 5 Minuten lagen, fragte ich mich, wie das noch gehen sollte. Dann aber ging's bergab nach Bad Iburg, ich übersah einige der kleinen km-Schilder, und bei km 11 war ich mit 54:35 plötzlich wieder im Soll. Im zweiten Haupt-Anstieg, mit den Iburger Treppen, verlor ich zwangsläufig wieder Zeit, aber es gab auch später immer wieder die Möglichkeit, das wieder gutzumachen, z.B. stoppte ich für km 20 eine 4:16. Nach dem dritten Haupt-Anstieg geht's dann ab km 22 (fast) nur noch bergab, und ich war zu einem prächtigen Endspurt fähig: 2:04 für die letzten 500 Meter!
Foto: So alt sieht ein M50er nach 27,5 km aus.
24 Fotos vom Lauf

siehe auch: Laufbericht von Bernd Hegemann, webmaster von www.laufen-in-soest.de, den ich 1,5 km vor dem Ziel souverän abhängte, ohne mich in ein Gespräch verwickeln zu lassen (dazu hatte ich sowieso keine Luft mehr).
 

224

Coesfeld, Citylauf
5km, 19:34, 2. M50 von 8 (25%), 31. gesamt von 271 (11%)

Fast 1000 Läuferinnen und Läufer kamen am frühen Samstagnachmittag zum 11. City-Lauf nach Coesfeld, und dabei sind die Bambinis noch gar nicht mitgezählt. Den Machern von der DJK Coesfeld gelingt dank ihrer guten Kontakte zum TV Wattenscheid eine attraktive Mischung zwischen Hochleistungen und Breitensport. Ganz vorn zeigten Manuel Meyer und der wieder in Topform befindliche Michael Fietz den Afrikanern die Hacken, hinten im Feld brauchte man sich auch als Anfänger nicht seiner Zeit zu schämen.
Erstaunlich ist es, wie die Organisatoren es am Einkaufs-Samstag schaffen, die Strecke vorbildlich abzusperren und freizuhalten. Beim Warmlaufen noch konnte man sich kaum vorstellen, dass hier später überhaupt ein Durchkommen sein könnte. Doch die Marktleute, die ohnehin von ihrem angestammten Rathausplatz wegziehen müssen, machen rechtzeitig zu Rennbeginn die Klappe zu, und dann regieren nur noch die Läufer.

Zu meinem Lauf: Die Strecke in Coesfeld ist etwas schneller als die in der Woche zuvor in Sythen. Also hoffte ich auf eine noch etwas bessere Zeit und nahm mir vor, die 5km diesmal besser einzuteilen. Doch nach km 1 hatte ich exakt wieder 3:39 auf der Uhr. Es ist in der Meute doch immer wieder schwierig, das Starttempo einzuschätzen. Ich spürte jetzt auch, dass ich in dieser Woche das Training verschärft hatte und nicht so ausgeruht war wie am letzten Samstag. Als der 4. km dann mit 4:04 sogar langsamer war als in Sythen, rechnete ich nicht mehr mit einer Verbesserung. Doch auf dem Schluss-km half mir ein Läufer, der zwei Generationen jünger war als ich. Der 14jährige Kay Eismann vom SuS Stadtlohn machte das Tempo für mich. Er drehte sich mehrfach um und meinte wohl, den stöhnenden Opa dürfe er nicht vorbeilassen. Ohne ihn hätte ich diesen Endspurt sicher nicht so geschafft. Schon während des ganzen Rennens war es ein besonderes Vergnügen, als M50er zwischen einer jugendlichen Meute zu laufen. Oft liest man, bei Volksläufen sei es motivierend, gemeinsam mit Topläufern am Start zu stehen. Diese sieht man dann aber bestenfalls im Ziel wieder. Viel schöner finde ich es, dass alt und jung gemeinsam unterwegs sind. Auf solche Gedanken kommt man aber wohl erst, wenn man sich hin und wieder mit leichter Wehmut fragt, wie lange man selbst noch dabei sein kann.

Übrigens, die schnellste Frau beim 5km-Lauf war erst 15 Jahre alt: Carolin Aehling von der LG Coesfeld mit 19:06. Und die 10jährige Lisa Schmidtke vom TuS Xanten war als 2. kurz hinter mir im Ziel, sie lief sagenhafte 19:43.

 


So sieht die Siegerehrung aus Sicht der Geehrten aus (Foto: DJK Coesfeld)
 

223

Haltern-Sythen, Straßenlauf

5km, 19:39, 3. M50 von 6 (50%), 43. gesamt von 169 (25%)

In Sythen wird mit dieser Veranstaltung nicht nur funktionierendes Dorfleben demonstriert (siehe u.a. Kuchentheke), die Organisatoren vom TuS Sythen erreichen mit ihrer professionellen Abwicklung des Läufernachmittags mühelos die sonst vom SuS Bertlich gesetzten Benchmarks. Mehr als 600 Teilnehmer, davon über die Hälfte Jugendliche, wußten dies zu schätzen. Jeder einzelne Kilometer ist markiert und exakt vermessen. Die Strecke ist recht schnell, jedoch teilweise windanfällig und hat leichte, aber doch spürbare Anstiege. Vanman Jochen Heringhaus scheint als fachkundiger Moderator jeden zweiten Teilnehmer mit seiner gesamten Laufhistorie zu kennen. Hoffentlich bleibt er uns erhalten, wenn Runners Point den Eigentümer wechseln muss.

Zu meinem Lauf: Nachdem der letzte "kurze" Wettkampf 4 Monate zurücklag, war ich sehr gespannt, was ich drauf haben würde. Ich hatte auch keinerlei Tempo-training gemacht und wäre deshalb mit jeder Zeit unter 20 Minuten sehr zufrieden gewesen. Als ich dann nach dem 1. km 3:39 min stoppte, musste ich mir zwar sagen, dass ich zu schnell gestartet war. Aber andererseits war ich angenehm überrascht, dass ich überhaupt zu diesem Tempo fähig war, und nahm mir vor, dieses Guthaben möglichst bis ins Ziel zu bringen. Vor mir lief Rita Lanwer, eine prominente schnelle Münsterländerin. Wie die meisten Läufer häng ich mich gern an attraktive Damen (das wisst Ihr ja schon). Und ich dachte, auch wenn man es ihr nicht ansieht, Rita ist doch mittlerweile W45 und sollte allmählich langsamer werden. Ich hatte kurz die Hoffnung, an ihr dranbleiben zu können, musste aber sehr bald einsehen, dass sie unverändert eine Nummer zu groß für mich ist.
Das 2. Km-Schild habe ich übersehen, und beim 3. waren es 11:29. Danach aber tat es weh. 4:02 und 4:07 folgten, was wohl auch an der Gegenwind-Ecke und dem leichten Anstieg auf der Zielgeraden lag. Im Zielkanal hat jedenfalls keiner lauter gestöhnt als ich. Die Zeitnehmer wußten nicht recht, ob sie darüber schmunzeln durften oder eher besorgt sein sollten.



Die schnellsten Damen über 5km waren alle vor mir (von links):
Waltraud Klostermann, Claudia Held, Rita Lanwer

 

222

Herdecke, 4. Sterntaler-Lauf
9,5km, ohne Zeitnahme, ohne Altersklassen-Wertung

Der Volkslauf des Sterntaler e.V. ist anders als alle anderen. Zwar bekommen die ersten Drei jedes Laufs Pokale, aber es gibt keine Zeitnahme und keine Alters-klassenwertung. Damit soll unterstrichen werden, dass es hier in erster Linie um den guten Zweck geht. Sterntaler kümmert sich um schwer bzw. chronisch erkrankte Kinder am örtlichen Krankenhaus. Durch die fehlende Leistungsorientierung werden auch viele Teilnehmer zum Mitmachen ermutigt, die sonst nicht an Laufveran-staltungen teilnehmen. So gab es diesmal fast 600 Anmeldungen insgesamt für Bambinilauf, Schülerlauf, Walking und Hauptlauf. Mit Startgeldern und Bewirtungs-einnahmen konnten rund 4500 Euro für den Verein gesammelt werden.

Das ganze ist eine nette, familiäre Veranstaltung mit vielen gutgelaunten Leuten  und einer schönen, anspruchsvollen Laufstrecke durch den Wald.
Also: Bitte vormerken für's nächste Jahr. Ich hoffe, wir können die Terminkollision mit dem Berlin-Marathon dann vermeiden (denn ich möchte in Berlin mitlaufen).

Einlauf-Listen, Fotos, Laufen-in-Witten: Der Gute Zweck



Die Hauptpersonen beim Sterntaler-Lauf
 

221

Köln, Marathon
42,2km, 4:26:46, 595. M50 von ?, 7913. M gesamt von 11226
(als 4:29-Hase für Susanne, ein Ergebnis nach Maß)

Köln verkauft sich mit Recht als der Party-Marathon. Markenzeichen sind die vielen Bands an der Strecke und die karnevalsbereiten Zuschauer. Das macht den Lauf für alle, die das Bad in der Menge suchen, zum Erlebnis. Diesmal spielte auch das Wetter mit. Für die Zuschauer war es optimal, für die Läufer mit 20° noch nicht allzu warm. Nur ein kräftiger Gegenwind störte zuweilen.
Der früher stets kritisierten Organisation hat der Umzug zum Messe-Areal gut getan. Zwar gab es hier und da kleine Staus auf den kurzen Wegen vor dem Start und nach dem Ziel, aber das war alles noch im Rahmen. Die Versorgung auf der Strecke und im Ziel war bestens, auch für uns in den hinteren Reihen.
Nur an Details ist zu merken, dass Köln es nicht so genau nimmt mit den Standards, die man bei anderen etablierten Marathons gewöhnt ist. So war unser Blockstart um 15 Minuten verspätet. Überhaupt finde ich das Start-Feeling in einem Massenstart auf einer breiten Straße wie z.B. in Berlin besser. Hier war der Start sehr schmal, und es dauerte trotz Blockstart 2km, bis man sein Tempo laufen konnte. Beim Auftrag an Championchip hat man offensichtlich an der falschen Stelle gespart. Bei km 20 und 40 gab es keine Zwischenzeiten (zum Vergleich: Frankfurt hat alle 5km Zeitnahmen). Auch Digitaluhren unterwegs wären ganz nett (sind aber bei Blockstarts für die meisten nutzlos). Die Ergebnisdatenbank ist ausgesprochen dürftig. Will man uns verheimlichen, wieviele Finisher es tatsächlich gab? Und schließlich möchte man doch auch wissen, wie man im Gesamtfeld seiner Altersklasse platziert ist.
Doch das sind Details, die nur für sehr ambitionierte Läufer wichtig sind. Für alle anderen ist der Läuferkarneval in Köln eine bessere Wahl denn je.

Zu meinem Lauf: Nachdem ich im April in London bereits eine Bestzeit gelaufen war, fehlte mir die Motivation, noch einmal ein solches Trainingspensum anzugehen. So freute ich mich über die Gelegenheit, als Hase für Susanne zu fungieren und einen Marathon einmal ganz anders zu erleben. Über Monate hatte ich Susannes Vorbereitungen verfolgt und begleitet, nun war ich sehr gespannt auf den Tag der Wahrheit. Für mich hieß es, das richtige Tempo für sie zu finden, und ansonsten, den Kavalier zu spielen. Das macht einem alten Knaben natürlich Spaß. Vor allem konnte ich vor den vielen Zuschauern mächtig angeben, erst recht mit zunehmender Distanz, wenn ich für ein Foto plötzlich voraussprintete oder als Wasserträger für Susanne, die derweil durchlaufen konnte, die Getränkebecher holte.
Ganz entspannt konnte ich zwischendurch Kinderhände abklatschen, suchte für die Fotos die richtige Perspektive, machte eine gemütliche Pinkelpause, schüttete an der Verpflegungssstation die Becher zusammen, wenn sie mir nicht voll genug waren, und provozierte die Zuschauer immer wieder erfolgreich, gerade mich mit Namen anzufeuern (das muss mein Charme gewesen sein). Mit einem Wort: Ich fühlte mich als der größte - dabei ging es hier doch um Susanne. Für mich kann ich auch mit einigen Tagen Abstand immer noch sagen: Das war mein bisher schönster Marathon. Nach diesem Lauf kann ich mit Fug und Recht behaupten: Ich bin ein alter Hase.

zur Laufanalyse - zum Bildbericht



Nach 42,2km Sonnenbad in Köln - immer noch lächelnd im Ziel
(Foto: Felix Apel)
 

220

Neuhausen (CH), Rheinfall-Lauf
24km (200 Hm), 1:56:09, 16.M50 von 72 (22%), 113. gesamt von 471 (24%)

Bei dem Aufwand, den die Veranstalter betreiben, hätte dieser schöne Landschaftslauf am Rheinufer weit mehr als die knapp 500 Teilnehmer verdient. Aber es war ja auch erst die 2. Auflage, und das wird sich schon noch herumsprechen. Am Vorabend gab es (leider schwach besuchte) Läufer-Seminare, beim Lauf selbst ein Riesenaufgebot von Streckenposten, unzählige Verpflegungsstände und einen Zieleinlauf auf der Rheinfall-Promenade, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen kann. Gefolgt von fröhlicher Biergarten-Atmosphäre auf dem Dorfplatz.

Limitiert wird die Teilnehmerzahl aber durch die Ansprüche, die das Streckenprofil stellt. Die offiziell angegebenen 200 Höhenmeter sind eher verniedlichend. Offenbar ist das ständige Auf und Ab innerhalb einer Spanne von vielleicht 20 Metern Höhendifferenz da nicht mitgezählt. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Treppen, die rauf und runter zu bewältigen sind. Für die Westfalen: Der Schwierigkeitsgrad dieses Laufs ist etwa mit dem des Hermannslaufs gleichzusetzen. Dies war sicherlich einer der schönsten, aber auch einer der schwersten Läufe, die ich je absolviert habe.



Zu meinem Lauf: Die Mont-Blanc-Gipfeltour war leider dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen. Das hatte aber den Vorteil, dass ich hier relativ fit an den Start gehen konnte. Dementsprechend begann ich recht munter, mit einer 44er-Zwischenzeit bei 10km. Dann aber begriff ich langsam, was dieses Streckenprofil bedeutete. Bei "Rheinufer" denkt man erstmal an eher flaches Gelände. Hier konnte man aber eher von Rheinklippen sprechen. Spätestens bei km 15 hatte ich das Gefühl, dass es hier noch was zu Beißen geben wird. So kam es dann auch. Mein  langsamster km dauerte mehr als 6 Minuten! Dabei hatte ich immer noch eine positive Überholquote von ca. 10:1.

Ich biss mich an der W40-Siegerin Franziska Altermatt fest, blieb mit Mühe dran und verfolgte gespannt ihren Zweikampf mit der W30erin Doris Bollinger. Diese kannte offenbar die Strecke gut. Bei einem giftigen Anstieg 3km vor dem Ziel gab sie Gas und zog unaufhaltsam davon. Das war auch für mich zuviel. Franziska aber hatte stets Mühe mit den steilen Treppenabstiegen. Das nutzte ich kurz vor dem Ziel, um die Zahl der vor mir platzierten Frauen auf 7 zu reduzieren. Und nur ein M60er war vor mir. Jetzt muss ich nur noch 10 Jahre älter werden.
 

219

Menden, Waldlauf
20km (363 Hm), 1:35:03, 5.M50 von 20 (25%), 65. gesamt von 246 (26%)

Zum 20. Mal in Folge fand der vom Marathon-Club Menden organisierte Waldlauf bereits statt. Die rührigen Leute vom MCM wissen, was Läufer (-innen) wünschen. Dank der sehr guten Versorgung durch die freundlichen Helfer auf der Strecke und im Ziel kam die Läuferschar an diesem heißen Sommernachmittag gesund über die anspruchsvolle Strecke. Die 3 Runden durch den Wald, der nicht lückenlos Schatten bietet, sind mit insgesamt 363 Höhenmetern schon eine Herausforderung. Für die 20km kann man etwa die Endzeit erwarten, die man normalerweise auf Halb-marathon läuft.
Kaum war man aus der Dusche, hing auch schon die Ergebnisliste aus. Auf DINA3 in großer Schrift gedruckt, zielgruppengerecht für die vielen Seniorenläufer (danke ;-).
Das (alkoholfreie) Freibier war sicher nicht der einzige Grund dafür, dass sehr viele Aktive noch bis zum Ende der schönen Siegerehrung da blieben und die Biergartenatmosphäre genossen.



Drei Pokale bekam Roland Steinmetz für seinen Gesamtsieg. Der größte war mit Bier gefüllt. Roland sah danach nicht so aus, als ob ihm dieser Schluck gut bekommen sei. Dabei war's alkoholfrei. (Foto: R. Steinmetz)


Zu meinem Lauf: Eigentlich wollte ich bis Ende August eine Wettkampfpause einlegen. Aber ich mag Waldläufe, und dieser ist wirklich ein schöner. Und man muss ja auch nicht jedes Mal am Limit laufen. Die Zeit aus dem Vorjahr (1:38) wollte ich aber schon etwas verbessern. Schließlich ist die Form in diesem Jahr besser, und letztes Jahr war's noch heißer.
Bei der ersten Steigung sah ich, wieviel Leute vor mir waren und dachte: Wenn Du wieder 80. werden willst, musst Du noch ne ganze Menge überholen. Aber so kam es dann auch. Die 3 Waldrunden á 6050 Meter lief ich in 28:32-29:26-29:40. Obwohl ich also langsamer wurde, hat mich auf der letzten Runde niemand mehr überholt, und ich konnte bestimmt 20 Läufer einsammeln. Auf den letzten Kilometern wurde es ein Wechselspiel mit Gerhard Glasmeyer vom MCM. Bergauf konnte ich mich stets absetzen, bergab überholte er mich immer wieder. So hatte ich auf dem Schlußabstieg zum Sportplatz erwartet, dass er mir davonläuft. Bis ich mir sagte, wer am Berg mehr Kraft hat, ist auch im Endspurt besser. Ich gab jetzt alles, schielte über die Schulter und sah ihn zurückbleiben. Auf der Stadionrunde versuchte ich dann noch, Norbert Schilke vom MTG Horst Essen einzufangen (er sah aus, als könnte er M50 sein), aber er wehrte sich erfolgreich.



(Foto MCM - So schön ist es in der Mendener Waldemei.
Und so dynamisch kann es aussehen, solange es bergab geht.)

 

218

Garmisch-Partenkirchen, Zugspitzlauf
21km, 2000 Höhenmeter, 3:23:28, 10.M50-59 von 66 (15%), 206. von 591 (35%)

Genuß im Geröll: Bildbericht mit 24 Fotos  

Zu meinem Lauf: Trotz aller Bergbegeisterung war ich bislang noch nie auf Deutschlands höchstem Berg. Ein Klettersteigversuch scheiterte vor 2 Jahren am Wetter. Da kam es mir gerade recht, dass der Zugspitzlauf erstmals bis hinauf zum Gipfel führen sollte. Doch wieder spielte das Wetter mir einen Streich. Viel zu viel Neuschnee in der Woche zuvor führte zur Streichung der letzten Etappe vom Zugspitzplatt zum Gipfel. Doch inzwischen war ich so heiß auf diesen Lauf, dass ich auch nicht aufzuhalten war, als das Sparticket der Bahn ausverkauft war. Dann eben mit dem Auto am Freitag hin, am Sonntag zurück.

Ein bißchen verrückt war das schon. Mein erster Berglauf, und dann gleich dieser. Im Allgäu-Urlaub hatte ich 3 Trainingsläufe mit ordentlichen Steigungen gemacht, das musste als Spezialvorbereitung reichen. Entsprechend vorsichtig ging ich das Rennen an. Fast eine Minute brauchte ich für den Start, und auch dann ging es erstmal verhalten weiter. Der lange Weg durchs Reintal war reines Vergnügen. Viel Abwechslung für die Füße und die Augen. Hinter der Reintalangerhütte stand ein Zuschauer, der mitzählte. Er rief mir "258" zu. Fand ich schon ganz ok, diese Platzierung im Feld von 600 Teilnehmern. Dann war das Tal zuende, und was ich sah, beeindruckte mich schon. Endlose Serpentinen führten einen steilen Geröllweg in den Himmel. Doch als geübter Tempo-Bergwanderer wußte ich: Das ist mein Gelände. Allmählich begann ich mit schleichenden Überholvorgängen. Vorbei kam man nur, indem man Serpentinen abkürzte oder von Stein zu Stein hüpfend vom Weg abwich.

Krämpfe in den Zehen bekomme ich manchmal nach sehr langen Läufen oder beim Krafttraining. Hier traten sie erstmals während des Laufens auf. Das heißt, es war ja eher eine Art senkrechtes Gehen. Allzu weh tun diese Zehenkrämpfe nicht, und sie sind schnell verschwunden, wenn man den Fuß richtig abrollt. Das war hier allerdings ein Problem. So war ich dann doch froh, als eine Weile nach Passieren der Knorr-Hütte auf 2052 M weit oben links im Schnee die Zielgebäude auftauchten. Gerade der Schnee machte uns noch zu schaffen. Bergauf ging es eher nach dem Motto: 2 Schritte vor, 1 zurück.

 

Die Laufzeit für die 21km entspricht etwa der eines Marathons. Trotzdem schien mir die Belastung geringer zu sein, jedenfalls für die Beine. Es war zeitlich etwa eine Hälfte Laufen und eine Hälfte Gehen. Meine 3:23:28 (am Ziel verlor ich nochmal 30 Sekunden, bis ich die Zeitnahme gefunden hatte) bedeuteten schließlich Platz 206. Rund 50 Läufer hatte ich also am Berg noch überholt. Da wirken sich eben doch die Trainingsrunden im Wittener Ardey-Gebirge aus ;-)

Für mich steht jedenfalls fest: Das war nicht mein letzter Berglauf.





vorher:
erwartungsvoller
Athlet im
Olympia-
Ski-Stadion




nachher:
stolz wie Oskar,
1900 Meter höher
und immer noch
ziemlich cool








 

217

Schmallenberg, Härdler-Lauf
26,2km, 12.M50 von 31 (39%), 79. von 221 (36%)

Herb enttäuscht wurden die zum Teil weit angereisten Läufer, die sich auf die 44km-Distanz gefreut hatten. Bis zum späten Freitagabend hatten sich die Veranstalter vergeblich bei den Behörden um die Streckengenehmigung bemüht. Schließlich blieb keine andere Möglichkeit, als die lange Distanz aus dem Programm zu nehmen. Dabei war das schon die 19. Auflage des beliebten Waldlaufs. Die verschärfte Haltung der Naturschützer ist kaum nachzuvollziehen, führt doch die Strecke fast nur über breite, vielbegangene Wanderwege, die zum Teil sogar als Rothaarsteig heftig touristisch beworben werden. So steht leider die Zukunft dieses schönen Laufes in den Sternen. Laut Veranstalter geht der Trend immer mehr dahin, organisierte Events aus dem Wald zu verbannen. Dafür spricht sicher einiges, wenn es um Ruhezonen in Naturschutzgebieten geht (auch Sportler sind der Natur verbunden). In diesem Fall aber handelt es sich um einen forstwirtschaftlich und touristisch industrialisierten Wald, dem 200 Läufer wohl kaum zusätzlichen Schaden zufügen.

Ein Ende des Härdlerlaufes wäre besonders bedauerlich, denn die Sportfreunde vom Skiclub Jagdhaus bieten der Läuferfamilie mit dem schönen Rahmen in der Stadthalle einen stimmungsvollen Nachmittag. Mehr als verdient war der Applaus, den das Läuferfeld spontan kurz vor dem Start dem Veranstalter spendete.

Zu meinem Lauf: Nach Wolkenbrüchen auf der Anreise war uns während des Laufs ein 3stündiges Zwischenhoch vergönnt. Es blieb trocken, nur die Wege waren nach der Regenwoche schön weich. Da ich immer noch vom Start beim Zugspitzlauf träumte und bis dahin nur 1 Woche Zeit blieb, musste ich wohl oder übel diesen Lauf als Trainingseinheit mißbrauchen. Brav begann ich auch verhalten, aber als es in die Berge ging, wurde ich doch wieder schneller als vorgesehen. Dennoch blieb ich noch unter dem Limit. Das zahlte sich auf den letzten Kilometern aus, als noch einige giftige Rampen warteten, die manchen Mitläufer zur Gehpause zwangen, während ich vergleichsweise leichtfüßig das Ziel ansteuerte. Auch die Muskeln spielten mit. Kein Muskelkater und am Montag schon wieder gute Beine. Ich hoffe, dass war kein persönliches Zwischenhoch, sondern der späte Effekt vom Urlaubstrainingslager. Jetzt kann die Zugspitze kommen, und der Wetterbericht ist auch vielversprechend.

(Foto von laufpix.de:
Schlafwandlerisch sicher ins Ziel.)

216

Borgholzhausen, Die Nacht
16,1km (10 englische Meilen), 8.M50 von 40 (20%), 71. gesamt von 454 (16%)

Das Läuferfest in diesem kleinen Städtchen am Teutoburger Wald bringt auch altgestandene Läufer ins Schwärmen. Hier spürt man bis ins Detail die professionelle Handschrift der Enthusiasten vom LC Solbad. Die Organisation läßt nichts zu wünschen übrig. Zwar fehlen die von mir so geschätzten km-Markierungen. Aber auf der profilierten Runde, die 5mal zu laufen ist, macht es ohnehin mehr Sinn, die Rundenzeiten zu vergleichen, um sich zu orientieren. Erstaunlicherweise werden - im Widerspruch zum DLV - die Ergebnislisten nach Nettozeiten aufgestellt. Das ist zwar im Sinne der Volksläufer, geht aber nur solange gut, wie es keine Verschiebungen an der Spitze gibt.

Ich fand es besonders schön, nach dem eigenen Lauf der Elite zuschauen zu können. Eine nette Idee ist es auch, die Spitzenläufer vor dem Start mit Kinderbegleitung "schaulaufen" zu lassen. War die Stimmung im Dorf schon während der Rennen hervorragend, so setzte die After-Race-Party in der Schul-Aula noch Eins drauf. Live-Band und Tanzgruppe heizten der gutgelaunten Läufer-Versammlung zu mitternächtlicher Stunde mächtig ein. Mit Nudeln, Bratwurst und Kuchen, sogar Erdbeeren mit Sahne, bot die Küche für jeden etwas. Da fiel das Heimfahren doch schwer. Also: Wiederkommen, und zwar beim nächsten Mal mit Übernachtung.

Zu meinem Lauf: Optimistisch hatte ich mir einen Zeitplan für 70 Minuten aufgestellt. Das war anspruchsvoll, denn die Bestform vom Mai war inzwischen weg, und im Urlaub hatte ich zudem mit Wandern, Radfahren und Laufen das Programm etwas überzogen und fühlte mich ausgepowert. Außerdem ist die Strecke mit einer deutlichen und zwei leichten Steigungen pro Runde nicht gerade einfach.

Trotzdem begann ich das Rennen etwas zu schnell. Von Runde zu Runde wurde ich um 10-15 Sekunden langsamer. Das ist kein Einbruch, führte aber doch dazu, dass mich in der letzten Runde ca. 10 Läufer über-holten. Ich musste zwar beissen, aber so schlimm, wie es auf den Fotos aussieht, war es nicht. Vermutlich habe ich auch in der Schlussphase ein paar Mal überholen können. Das wurde aber wegen der vielen Überrundeten nicht immer ganz klar. Schließlich wurde es eine Punktlandung: Auf die Sekunde genau 70 Minuten!

Foto: www.four-foto.de
Zitat Erik Zabel: "Es gibt kein Leben ohne Qual." OK, Erik bei der Tour und wir im Büro werden dafür bezahlt. Aber warum tun wir uns das in der Freizeit an?
 

215

Immenstadt, Iller-Marathon
10,6km, 45:56, 1.M50 von 1, 5. von 30 gesamt (17%)

Der kleine Iller-Marathon fand bereits zum 19. Mal statt und hat einen guten Ruf. Erstmals peppte man jetzt trendgerecht die Veranstaltung mit einem Halbmarathon und einem 10er auf. Dass da bei allem Bemühen die Erfahrung fehlte, merkte man an allen Ecken.

Das begann beim Startgeld. Gestaffelte Preise von bis zu 15 Euro für einen winzigen Lauf sind happig. Es gibt Medaille und T-shirt, aber was soll ich als 10km-Läufer mit einem Marathon-Shirt? Nicht nachzuvollziehen auch, warum wir 10er auch zu nachtschlafener Zeit um 8 Uhr auf die Piste mussten. Eher lustig war die Start-Zeremonie. Die 10er starteten am Eingangstor des Stadions, während alle anderen sich irgendwo auf der Laufbahn versammelten. Wir hörten dann den Startschuss aus der Ferne und fragten uns, ob das wohl auch für uns gelten würde. Unser Einweiser zuckte mit den Schultern, und wir entschlossen uns schließlich loszulaufen.

Ein ernsthafterer Fehler passierte dann allerdings bei der Streckenteilung, als der führende Halbmarathoni in die falsche Richtung geschickt wurde. Er begriff es, als er uns plötzlich vor sich sah und kehrte fluchend um.

Die als vermessene 10km ausgeschriebene Strecke war deutlich zu lang. Für den letzten km stoppte ich 6:40min bei einem gefühlten Tempo von ca. 4:15.
Ergebnisse und Siegerehrung für die 30 Teilnehmer gab es erst, als auch die Auswertung des Marathons fertig war. Was soll man dazu noch sagen?

Fazit: Der Marathon mag ganz nett sein, aber der 10er ist so nicht zu empfehlen. Die freundlich bemühten Organisatoren schickten mir aber noch die gar nicht angeforderte Ergebnisliste und Urkunde nach Hause.

Zu meinem Lauf: 2 Gründe liessen mich den Lauf ohnehin nicht mit dem letzten Biss angehen. Um 8 Uhr morgens bin ich zu keiner Leistung fähig, und das Höhenprofil der Strecke machte jede Bestzeit unmöglich. Also ging ich eher gemütlich an, was sich am steilen Kalvarienberg dann auszahlte. Der Läufer vor mir musste eine Gehpause einlegen. Ich holte ihn ein und dann liefen wir bis km 9 gemeinsam, was bei dem Mini-Feld von 30 Teilnehmern ein Glücksfall war. Bis dahin hatte ich trotz der kräftigen Anstiege noch mit einer 43er Zeit gerechnet, aber der letzte km nahm überhaupt kein Ende. Er war um ca. 600m zu lang, ohne dass die vorhergehenden kürzer gewesen wären. Ich hatte mich schon auf ein Spurtfinish um den 5. Gesamtplatz eingestellt, aber dann brach mein Begleiter doch noch ein und ich konnte ungefährdet ins Stadion einlaufen.


Entspannt warten 30 Starter auf den Schuss. (Foto: Angelika)
 

214

Dortmund-Kirchlinde, Friedenslauf
10km, 41:35, 6.M50 von 26 (23%), 50. von 274 gesamt (18%)

So ein Pech kann man haben mit dem Wetter! Nach Tagen voller Sonnenschein stellte sich in der Nacht zum Pfingstmontag Dauerregen ein. Das sorgte für gute Dämpfung auf den Waldwegen. Ich kannte die Strecke nicht und hatte die Asphalt-Rennschühchen angezogen. Hier wären die Trailtreter die bessere Wahl gewesen. Nach 3km legte sich vor mir ein Läufer flach in eine Schlammpfütze. Wir hörten ihn noch fluchen und sahen ihn dann nicht wieder.

Dem Wetter und der wenig attraktiven Strecke zum Trotz war der Ansturm der Läufer so groß, dass der Start um 15 Minuten verschoben werden musste. Sonst stimmt aber hier alles. Der Schulhof bietet eine gemütliche Infrastruktur mit Bänken, Bier und Bockwurst, aber auch die Platzierung auf der wichtigen Kuchentheken-Benotungsskala ist ziemlich weit oben. Die Auswertung per Startnummern-Chip ist sensationell schnell, auf der Strecke sind alle km markiert. Nur - Bestzeiten gibt's hier nicht geschenkt, erst recht nicht nach Wolkenbrüchen. Ein Mitläufer meinte, die Strecke koste eine Minute extra. Vielleicht nicht ganz so viel, aber der schwere Boden und der Schlussanstieg zum Ziel (ca. 30 Höhenmeter) bieten Ausreden genug.

Zu meinem Lauf: Eigentlich gibt es gar keinen Grund, enttäuscht zu sein. Die Zeit ist für diese Pfützenrunde mit Zielhügel noch ganz ok. Die Renneinteilung war gelungen, auf der 2. Hälfte hat mich nur ein Läufer überholt.

Die Sache ist nur - ich hatte mir etwas mehr erhofft, nachdem das Intervalltraining am Mittwoch so gut lief. Da träumt man davon, leicht und schwerelos dahinzu-fliegen, und was ist? Bei km 3 sind schon die Beine schwer. Da war mir schon klar, dass es nichts wird mit einer 40er Zeit. Der Rest war eine ziemliche Quälerei ohne den rechten Biss. Dabei war ich noch nah dran bis km 8 bei 32:44. Dann aber kam eine regengetränkte Sandstrecke und der erwähnte Schlussanstieg. Elke Saalbach, die ich am Ümminger See noch abhängen konnte, war 5 Sekunden vor mir. Auch ein Zeichen, dass ich heute nicht meinen besten Tag hatte.

Also ein Lauf zum Abhaken. Sollte ich vielleicht doch auf den Rotwein am Vorabend verzichten? Nee, da bleibe ich lieber der sieglose Amateur ...
 

213

Bochum-Langendreer, Volksparklauf
10km, 40:48, 3.M50 von 10 (30%), 28. von 145 gesamt (19%)

Es fällt schon ein wenig schwer, von diesem kleinen Lauf zu schwärmen. Die Strecke ist nicht gerade erbaulich. Die 1,5km-Runde durch den winzigen Volkspark hat viele Ecken und Kanten, der Untergrund ist teilweise unangenehm steinig, es gibt keine km-Markierung. Die Kuchentheke kann der Nachfrage nicht standhalten.

Aber die Jugendläufe sind sehr gut besucht, da macht es wirklich Spaß zuzu-schauen. Das Startgeld ist lobenswert bescheiden, und die Preise für die Altersklassen sind beachtlich. Bei schönem Wetter - wie diesmal - wird das Ganze zu einem netten Vormittag im Park. Die Stimmung ist gut, man trifft nur nette Menschen. Also Grund genug, hier mitzumachen!

Zu meinem Lauf: Ich hatte notgedrungen zwei Ruhetage einlegen müssen, weil die alte Adduktoren-Zerrung sich wieder gemeldet hatte. Sogar das Intervalltraining am Mittwoch musste ich nach der Hälfte abbrechen. Mit entsprechend gemischten Gefühlen ging ich heute an den Start, war aber optimistisch, nachdem ich beim Warmlaufen schmerzfrei war (Behandlung: Rotlicht-Wärme und Salbenverband. Der Doc rät allerdings zur Eispackung. Mach ich jetzt auch.)

Die fehlende km-Markierung verunsichert am Start. Ich legte ziemlich schnell los, in der 2. Runde nahm ich aber Tempo raus und ließ eine ganze Gruppe vorbei. So wurden die Runden 1-5 einigermaßen gleichmäßig, mit 6:06 bis 6:18. In der vorletzten Runde zog dann Günter Schremb ganz allmählich an mir vorbei. Im Nachhinein muss ich mir vorwerfen, da nicht drangeblieben zu sein. Mir fehlt doch manchmal der nötige Mut. Immerhin blieb ich nur 7 Sekunden hinter ihm, so nah war ich noch nie dran. Die letzte Runde war mit 5:54 noch die deutlich schnellste. Erst allmählich wurde mir klar, dass diese 40:48 eine absolute Bestleistung für mich ist: Altersbereinigt sind das nämlich bisher unerreichte 36:21. Da war mein neuer Stammmplatz auf dem Treppchen doch wohl verdient!

Foto von Jörg Purat:
Sehen die Leute hinter mir nicht unheimlich athletisch aus?
 

212

Bochum-Laer, Rund um den Ümminger See
5km, 19:21, 3.M50 von 8 (38%), 25. von 84 gesamt (30%)

Zum 16. Male fand diese schöne kleine Veranstaltung jetzt bereits statt. Zuvor hatte Günter Mette (Foto), der ja auch inzwischen 16 Jahre älter geworden ist, gedroht, dass es ihm doch allmählich zu viel wird und er mangels Nachfolger den Lauf beerdigen muss. Glücklicherweise hat er es sich überlegt und macht jetzt doch weiter.

Mit bestem Wetter und über 330 Teilnehmern wurden Günter und sein Team belohnt. Ich preise ja jedes Jahr diesen Lauf an. Er ist so schön familiär, man kennt sich eben. Sogar bei der Kuchenfrau bin ich inzwischen persönlich bekannt. Und wo gibt es sonst schon Windbeutel-Torte?

Zu meinem Lauf: Insgeheim hatte ich gehofft, dass die Anzeichen für die gute Form nicht täuschen. Aber ganz sicher war ich nicht. Schließlich hatte ich das ganze Frühjahr über nur lange Läufe gemacht und erst in den letzten 2 Wochen war ich je einmal zum Bahn-Training im Wullen-Stadion, mit jeweils sechs 800m-Intervallen in 3:10.
Dann kam noch eine Schultergelenks-Entzündung hinzu, die mich zwar beim Laufen nicht behinderte, aber die Tabletten erzeugten Magenprobleme. Aber ihr wißt ja, wie das ist. Wenn der Startschuss ertönt ist, sind alle Wehwehchen vergessen und die Post geht ab. Als ich die ersten 2 km in 3:42 und 3:51 hinter mir hatte, war ich mir sicher, dass es eine Zeit unter 20 Minuten würde. Es wurde die beste seit 5 Jahren! Und altersbereinigt die absolute Bestleistung.

Foto (von Günni): So sieht es aus, wenn ich im Endspurt laut stöhnend um Sekunden kämpfe. Lena Dünkelmann (rechts) schaut besorgt: Ob das für den alten Mann gesund ist?
 

211

Bochum-Herne, 2. RuhrHalbMarathon
21,1km, 2:00:26
(als 1:59-Hase für Susanne, leider knapp verpasst, aber doch Bestzeit)

So skeptisch ich dieser Veranstaltung im Vorjahr gegenüber stand, so sehr hat sie mich in diesem Jahr überzeugt. Auch wenn es bei der 2. Auflage noch einiges mehr oder weniger Wichtige zu kritisieren gab, das Überwältigende an diesem Tag war das Publikum, das bestens aufgelegt und in unerwartet großer Zahl die Läufer unterstützte.

Und auch sonst gibt es viel Gutes zu vermelden. Die Kleiderbeutel-Organisation klappte vorbildlich, der Start war ausreichend flott, die Verpflegungsstände an der Strecke und im Ziel zahlreich und gut bestückt, die Helfer stets freundlich. Für mich als Halbmarathoni war besonders die lange Zielgerade in Herne mit den vielen Zuschauern an beiden Seiten ein Highlight.
(Foto: Susanne kämpft auf den letzten Metern um jede Sekunde)
.

Was gilt es zu verbessern? Der ÖPNV hat die Veranstaltung völlig ignoriert. Was dazu führte, dass die wenigen Vorort-S-Bahnen restlos überfüllt waren und zahlreiche Sportler hilflos auf den Bahnsteigen zurückblieben. Eine Katastrophe für viele, die dann zu spät zum Start erschienen. Die Startblöcke wurden nicht kontrolliert, und die Zuteilung der Startblöcke passte teilweise überhaupt nicht zu den angegebenen Zielzeiten. Die Kilometer-Schilder waren zu niedrig angebracht und zu klein. Der Ausgang aus dem Zielkäfig in Herne war viel zu eng.

Unter dem Strich aber war der 2. RuhrMarathon ein riesiges Läuferfest und ein tolles Erlebnis. Und es ist sehr schade, dass der Termin für das nächste Jahr nochmals vorgezogen wurde und jetzt am gleichen Tag wie der London-Marathon ist (17.04.05). Es fällt mir schwer, aber meine Wahl muss dann doch London heißen.


Der Start. Wir brauchen im 3:30-Block 3 Min. bis zur Chip-Matte. (Foto: Sauer)

Zu meinem Lauf: Siehe Bildbericht Susanne gibt alles.
 

210

London, Flora London Marathon
42,2km, 3:21:48

ausführlicher Bericht

Foto: Glücklich mit der 5. London-Medaille

209

Bochum, 2. Uni-Run
21,1km, 1:48:42, 17.M50 von 33, 297. gesamt von 646 (M+W)

Das war eine gelungene Ganztagsveranstaltung, die von den Organisatoren einen Einsatz rund um die Uhr verlangte. Die Sportwissenschaftliche Fakultät der Ruhr-Uni begnügte sich nicht damit, einen Lauf anzubieten. Am Vormittag gab es zusätzlich noch eine Vortragsreihe zu Läuferthemen (mit Kaffee und Berlinern ganz umsonst!). Auch das Wetter spielte mit. Vor dem Start vertrieb ein Platzregen die Spaziergänger und Inliner vom Kemnader See, so dass die sonst dort üblichen Territorialkämpfe ausblieben. Den meisten Teilnehmern diente der Lauf als  Vorbereitung auf den RuhrMarathon. So störte es wenig, dass der lange Berg am Ende keine Bestzeiten zulässt.

Zu meinem Lauf: Das war ein Training nach Maß. Ich wollte den Halbmarathon für einen 30er nutzen, also lief ich mich erstmal über 10km gemütlich ein, bevor es dann im großen Feld weiterging. Zunächst im 5:30er Schnitt, das war sogar etwas schneller als geplant. Trotzdem konnte ich die Endbeschleunigung auf den letzten 5km nach Plan hinlegen. So lief ich die letzten 5,1km in 23:46, trotz des heftigen Anstiegs aus dem Lottental zur Uni. Anschaulich zeigt die Puls-Kurve die stetig ansteigende Belastung.

Foto: Die ersten 9km lief ich an der Seite von Peter Becker (Nr. 92).
copyright Foto Müller
Man beachte meine gut ausgeprägte Oberschenkel-Muskulatur :-)
Übrigens: Wenn ich voll gelaufen wäre, hätte ich hier den 3. Platz gemacht. Sowas. Da haben die anderen wohl auch nicht Ernst gemacht.
 

208

Syltlauf, ausführlicher Bericht

207

Witten, 1. Cross-Duathlon 6,2 - 12,4 - 6,2 km (ca.)
Gesamtzeit 1:04:44, 3. Team von 8

Das erst ein halbes Jahr zuvor gegründete Triathlon Team Witten, abgespalten aus dem PV Triathlon, stampfte diese Veranstaltung kurzfristig aus dem Boden, und es wurde ein voller Erfolg. Zwar sieht die Teilnehmerzahl von insgesamt 130 nicht übermäßig beeindruckend aus, doch ist die Zielgruppe für einen Cross-Duathlon schließlich eher klein. Und so wurde das Ganze zu einer schönen, familiären Veranstaltung, wo fast jeder jeden kannte. Es gab nur zufriedene Gesichter. Dazu trug auch die erlebnisreiche Strecke bei. Sie hat pro Runde 2 heftige Steigungen, über die die Teilnehmer im Ziel gemeinsam stöhnen konnten. "Mann, war das hart." Und die potenten Sponsoren des TTW machten ordentliche Sachpreise für die Sieger locker.

Zu meinem Lauf: Mit Mountain-Biker Volker Langhoff von Flottweg Langendreer bildete ich ein Erfolgsteam. Auf der ersten Laufrunde gab ich vorsichtig noch nicht alles, obwohl mir zwischendurch an der 2. Steigung schon die Luft ausging. Volker machte dann auf dem Rad noch Plätze gut, nur der Rad-Partner von Michael Leiendecker ging an ihm vorbei. Beim Wechsel lagen wir auf Platz 4, aber der Rückstand auf das 3. Team betrug über 30 Sekunden, und ich glaubte nicht daran, da noch ranzukommen. Dann sah ich aber schon auf der ersten Steigung, dass ich näher kam. Am zweiten Berg machte ich weiteren Boden gut, es fehlten noch ca. 20 Meter. Oben war ich aber so fertig, dass Michael Leiendecker wieder etwas wegziehen konnte. Er drehte sich an jeder Ecke um, das machte mir Hoffnung. Doch ich war selbst überrascht, als ich auf dem letzten Bergab-Stück aufschließen konnte. Ich blieb erstmal hinter ihm und wartete auf die richtige Gelegenheit zum Angriff. Die kam an der kleinen Rampe hinauf zur Eingangstür des Sportplatzes. Ich nahm die Innenbahn und gab Gas. Sofort hatte ich 5 Meter Vorsprung, die ich nicht mehr hergab. Auch wenn ich auf den letzten Metern in lautes Stöhnen verfiel und im Ziel mal wieder nah an der Kotzgrenze war. Das war der beste Endspurt meines Lebens! Wie sagte der Fotograf hinter der Ziellinie: "So ein zufriedenes Gesicht habe ich lange nicht mehr gesehen."
 

206

Apeldoorn, Asselronde
("Assel" ist kein Kerbtier, sondern so heißt das Flüsschen am Weg)
27,4km, 2:09:56, 455. von 1756 (25,9%), keine AK-Wertung

Obwohl die Großveranstaltung im holländischen Apeldoorn "erst" zum 14. Mal stattfand, ist sie bereits ein Klassiker. Auch viele deutsche Nachbarn nutzen den Lauf durch die schöne Heidelandschaft zur Vorbereitung auf den Frühjahrsmarathon. Aber auch in Apeldoorn wird Marathon gelaufen, rund 500 gingen hier bei Sturm, Regen und Kälte auf die Strecke. Außerdem gibt es noch einen 18km- und einen 8km-Lauf. Die Strecke ist fast vollständig asphaltiert und ein reiner Landschaftslauf, ohne Innenstadt-Berührung.

Der Beliebtheit tut es offenbar keinen Abbruch, dass einige sonst gewohnte Leistungen fehlen. So gibt es km-Markierungen nur alle 5km, und beim größten der Läufe, der "Asselronde" mit rund 1800 Startern, gibt es keine Altersklassenwertung. Da die meisten - wie ich auch - diesen Lauf aber eher als Trainingsmöglichkeit sehen, stört das nicht weiter. Dafür ist die Verpflegung gut, die Strecke flach und schön und auch die Versorgung im Ziel ok. Leider fehlt eine große, gemütliche Veranstaltungshalle, die man besonders bei solchem Hundewetter wie diesmal vermisst.

Zu meinem Lauf: Ich glaube, wenn die Anreise nicht so weit gewesen wäre, hätte ich mir überlegt, das Rennen abzublasen. Kurz vor dem Start prasselte der Regen noch waagerecht auf uns ein, und wir standen gut durchnässt bei 2°c an der Startlinie. Aber dann wurde das Wetter bald besser, und es hörte sogar auf zu regnen und der Wind war halb so schlimm. Zeitweise wurde mir mit meiner Weste sogar zu warm.

Ich hatte mir vorgenommen, das für London geplante Marathon-Tempo möglichst durchzulaufen, und das gelang mir auch fast. Die fehlenden 2 sec/km gingen am Start verloren, als ich zu weit hinten stand und nur schlecht vorankam. Der erste 5er-Split  (5:02 min/km) war der deutlich langsamste. Dabei hatte ich den Eindruck, dass ich zum Ende hin langsamer wurde, aber die Uhr zeigte für die letzten 2,4km sogar den besten Schnitt (4:35). Zum Schluss war ich ziemlich platt und musste feststellen, dass bis zum Marathon noch einige Trainingsarbeit nötig ist (aber diese Arbeit macht ja Spaß :-)

PS. Wenn ich diesmal in Bertlich meine 7,5km-Hausstrecke gelaufen wäre, hätte ich die AK gewonnen! Irgendwann werde ich schon mal zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz sein ...
 

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© Uli Sauer, Witten

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