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Alle meine Wettkämpfe

zum aktuellen Jahr


 

siehe auch: schönste Läufe in Westfalen  Trophäen

 


I will never be an old man.
To me, old age is always
fifteen years older than I am.
(Bernard Baruch)

 

2011

lfd.
Nr.

Datum

Ort

Name

 Distz
km

Distz
lfd Nr

ømin
/km

Std

Min

Sek

Link zu persönlichen
kurzen Eindrücken
342 31.12.11

Werl-Soest

30. Silvesterlauf

15 29 4:31 1

07

50

26 Jahre hartknochig

341 27.11.11

Herten-Bertlich

85. Straßenläufe

5,0
7,5
34
12
4:27
4:32
 

22
33

17
58

Bertlicher Lauf-Lotto

340 05.11.11

New York City

1. Dash to the finish line

5,0 33 4:28  

22

21

Finish ohne Marathon

339 31.10.11

Dublin (IRL)

32. Marathon

42,2 32 5:25 3

48

20

Halloween mit Hammer

338 15.10.11

Lengerich

16. Teutolauf

29,0 2 5:10 2

29

40

Biere und Bestzeiten

337 08.10.11

Witten

5. Ruhrtal-Marathon

21,1 37 4:45 1

40

09

Humpel-Endspurt

336 25.09.11

Herten-Bertlich

84. Straßenläufe

15 28 4:41 1

10

20

Nur Husten attackiert

335 11.09.11

Dortmund

29. Citylauf

10
10
100
99
4:30
4:57
 

45
49

03
30

16 Runden Kurzweil

334 04.09.11

Bochum

1. Halbmarathon

21,1 36 5:00 1

45

35

So müde wie nie

333 21.08.11

Haltern

36. Bossendorfer VL

20,2 1 4:52 1

38

16

Senioren-Duett

R09 17.07.11

Issoire-StFlour

19. L'etape du tour

210 1 19,8 10

38

17

Wetter-Fahrt

R08 10.07.11

La Villa (ITA)

25. Maratona dles Dolom.

138 2 17,6 7

51

16

Hohe Schule für Radler

R07 26.06.11

Sonthofen-Arco

9. Tour Transalp

917 1 20,2 45

23

02

Von Demut und Stolz

332 21.05.11

Bochum

21. Um den Ümminger See

5,0 32 4:19  

21

37

21min Höchstpuls

331 17.04.11

London (UK)

31. Marathon

42,2 31 5:37 3

57

13

Sympathie-Maßnahme

330 09.04.11

Witten

5. UniRun

10,0 98 4:45  

47

32

Geburtstags-Nummer

329 27.03.11

Venlo (NED)

6. Venloop

21,1 35 4:40 1

38

35

Neues Angeber-Leben

328 20.03.11

Hörnum-List

30. Syltlauf

33,3 5 5:18 2

56

40

Himmel und Lippen blau

327 27.02.11

Hamm

37. Winterlaufserie (III)

21,1 34 4:58 1

44

39

Ein Jahr = 7 Minuten

326 06.02.11

Herten-Bertlich

83. Straßenläufe

7,5 11 4:27  

33

23

Revoluzzer-Pace

1983-1998  1999  2000-2001  2002  2003  2004  2005  2006  2007  2008  2009  2010

342

31.12.11  Werl-Soest, Silvesterlauf
5/15

Bei der 30. Auflage des Silvesterlaufs ist die allgemeine Entwicklung nicht zu übersehen. Kein Stau an der Autobahn-Abfahrt, problemlose Parkplatzsuche und auch in der Stadthalle war das Gedränge schon größer. Das Schmuddelwetter spielt sicher auch eine Rolle, doch hat man das Gefühl, der Laufboom hat seine größten Tage hinter sich. 3600 Teilnehmer sind immer noch beachtlich, doch waren es früher auch mal deutlich mehr. Dazu passt, dass es vor dem Start keine Moderation gibt. So bleibt den meisten verborgen, dass wir heute mit "Mocki" laufen dürfen - oder besser gesagt, hinter ihr. Aber sehr schön, dass es auf der Busrückfahrt immer noch Leberwurstbrote gibt (auch wenn ich sie nicht esse).

Foto rechts: 30 Jahre Silvesterlauf - 20 Medaillen hab ich selbst verdient, ein paar andere gesammelt. In den Vitrinen sind meine Exemplare!
 

Zu meinem Lauf: 15km, 1:07:50, 22. M50 von 215 (10%), 455. gesamt von 3612 (13%)

Nur wenigen Läufen fühle ich mich so verbunden wie diesem Silvesterlauf. Das liegt wohl daran, dass ich am letzten Tag des Jahres das Älterwerden (noch) stärker empfinde. Bei meinem ersten Start war ich 26 Jahre jünger als heute, das war 1985 und ich lief mit 32 Jahren 1:08:33. Bei allen 19 Läufen danach gelang es mir, schneller zu sein als damals. Sprich: Dem Alter nochmal ein Schnippchen geschlagen!

Dass es heute nochmal gelingen würde, hatte ich nach den letzten Ergebnissen nicht erwarten dürfen. Es ist ein verwegener Versuch, aber mit viel Routine und noch mehr Beißen überrasche ich mich selbst. Wie sagt Michael N. im Vorbeilaufen: "Du bist ein harter Knochen." Ich würde noch "alt" ergänzen.












 

Fotos: Kein Genusslauf -
aber die Freude kommt
im Ziel.

 

341

27.11.11  Herten-Bertlich, Straßenläufe
800m/5/7,5/10/15/21,1/30/42,2

Ich sag immer: Wer noch nie in Bertlich gelaufen ist, kann kein richtiger Läufer sein. Doch gilt das auch umgekehrt fast immer. Wer in Bertlich läuft, ist meistens auch ein richtiger Läufer. Der Wetterbericht kann noch so abschreckend sein, die Stammgäste sind immer da. Dabei gibt's hier kein Schnickschnack, sondern nur das, worauf es ankommt. Perfekte Organisation und Top-Kuchentheke. Nur noch 5 Jahre, dann hat Bertlich das 100. Laufjubiläum. Ich hoffe, ich bin dann auch noch ein richtiger Läufer.
 

Zu meinen Läufen: 7,5km, 33:58, 4. M55 von 4, 25. gesamt von 73 (34%)
5km, 22:17, 2. M55 von 4, 34. gesamt 152 (22%)

So langsam glaube ich selbst nicht dran, dass ich hier mal Erster werde. Gleich zu Beginn werde ich von Karl-Heinz B. begrüßt mit: "Heute ist der Tag!". "Vielleicht," antworte ich da noch, doch bin ich weiter entfernt denn je von der ersehnten Bertlich-Trophäe. Bei der Phalanx der superschnellen Oldies hilft mir auch kein Doppelstart. Immerhin kann ich den siebten 2. Platz hinzufügen. Mehr ist meine Zeit auch nicht wert. Laufen auf Sieg in Bertlich ist mit meinem Niveau eher Lotto-Spielen als echter Wettkampf. Aber Spaß macht es immer. Jedenfalls solange, bis ich tatsächlich mal gewinne. Dann schäm ich mich wahrscheinlich.
 

340

05.11.11  New York City, Dash to the finish line
5,0

Es gibt Rätsel auf, warum der New York Roadrunners Club den traditionellen International Friendshiprun ersetzt hat durch ein 5km-Rennen am Vortag des Marathons. Ist es allein die zusätzliche Einnahme von ca. 150.000$ an Startgeldern? Die fröhliche bunte Atmosphäre des Freundschaftslaufs geht so leider verloren. Die stattdessen neu eingeführte "Parade of the Nations" am bitterkalten Freitagabend konnte die Zuschauer auch nicht so recht erwärmen.

Dennoch muss man den neuen Lauf als Erfolg für die Veranstalter werten. 5361 Finisher sprechen eine klare Sprache. An der Durchführung gibt's nichts zu meckern. Die Streckenführung auf der 42. Straße, der 6th Avenue und im Central Park ist attraktiv. Außerdem: Wo kann man schon nach 5km über die Ziellinie eines so berühmten Marathons laufen?


Zu meinem Lauf: 5km, 22:21, 7. M55 von 115 (6%), 410. von 5361 (8%)

Wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde, komme ich zu diesem Lauf. InterAir hat mich ohne mein Wissen angemeldet. Vermutlich dachten sich die Kollegen, wie schwer es mir fallen müsste, in New York nicht mitzulaufen. Zum Glück haben sich die Beine nur 6 Tage nach dem Dublin-Marathon ganz gut erholt. Ich gebe alles und nichts tut weh. Das ist heute das Wichtigste. Doch die Luft wird mir schon recht knapp! Ich verzichte auf die Annäherung an die Kotzgrenze und laufe relativ entspannt ins Ziel. Immer noch tut nichts weh ... ich kann den Gedanken nicht unterdrücken: Hätte ich vielleicht doch morgen ...?
 

339

31.10.11  Dublin, Marathon
42,2

Dublin hat einen der wenigen Marathons, die immer noch Zuwächse haben. 11.720 Finisher bedeuten auch diesmal wieder Rekord. Mit "the friendly marathon" wird hier geworben, und das ist keine leere Worthülse. Zwar fehlen manche Perfektionierungen, die andere große Marathons bieten, doch in Dublin geht es dafür herzlich und unbürokratisch zu. Startnummern für den schönen Frühstückslauf bekommt ohne Nachfrage kostenlos jeder, der eine haben will, ob Marathonläufer oder Begleiter.

Die 42km sind nicht spektakulär, aber schön, und die große Runde vermittelt einen vollständigen Eindruck von der irischen Hauptstadt. Angenehm auch, dass man sich hier nicht mit verschiedenen Distanzen verzettelt. Alle, die auf der Strecke sind, laufen den ganzen Marathon.

Dublin ist ohnehin eine Reise wert: Eine lebhafte, junge Stadt mit Tradition und moderner Hafenarchitektur, mit überschaubaren Einkaufsstraßen und quicklebendigem Nachtleben in den zahlreichen Pubs mit Live-Musik.


Zu meinem Lauf: 42,2km, 3:48:20, 64. M55 von 292 (22%), 3153. von 11720 (27%)

Der Start ist nur 15min Gehminuten vom Hotel entfernt und erst um 09:50 Uhr. So kann der Tag zivilisiert beginnen. Das entspannte Gefühl hält auch noch lange an. Ich bin 3 Stunden lang zuversichtlich, denn der Herbstmarathon war in den letzten Jahren immer mein bester, auch ohne viel Training.

Umso größer der Schock, als der Mann mit dem Schlagwerkzeug auftaucht. Er hat den Vorschlaghammer dabei. Thomas L. hört mein Schnaufen und bemerkt richtig: "Das hört sich nach Fettverbrennung an."

Doch der Ofen kommt nicht mehr in Gang. Schmerzhafte Krämpfe in beiden Oberschenkeln zwingen mich gar zu Gehpausen. Auf den letzten Kilometern will ich nur noch unbeobachtet und ohne bleibende Schäden ins Ziel kommen. Kaum bin ich in der Lage, mich im plötzlichen Wolkenbruch umzuziehen - erst die bewährte Cola lässt mich wieder zu Kräften kommen. Mit meinen tiefblauen Lippen bin ich zu Halloween gerade richtig.

Heute ist eine Menge falsch gelaufen. Darüber ist noch nachzudenken.
 

338

15.10.11  Lengerich-Hohne, Teutolauf
6/12,2/29

Auch wenn der Teutolauf bereits in der 16. Auflage stattfindet, drängt sich immer noch der Vergleich zum  40jährigen Hermannslauf auf. Warum kommen zum TV Hohne eigentlich nicht auch 6000 Läufer? Zwar gibt es kein Denkmal am Start und keine Burg am Ziel, doch die Landschaft ist mindestens genauso schön und abwechslungsreich, das Profil ähnlich herausfordernd.

Zum Glück kommen nur rund 900. Sonst würden die Domino-Steine und das Bier bei km 22 knapp, und auch die bemerkenswerte Kuchentheke könnte dem Ansturm nicht mehr standhalten. Kleiner ist feiner. Und wer einmal dabei war, kommt sowieso wieder. Schließlich kann man unterwegs an den Verpflegungsständen sogar sein Startgeld wieder reinholen.

Zu meinem Lauf: 29km, 2:29:40,
16. M55 von 69 (23%), 245. gesamt von 871 (28%)

Kurzfristig hatte Bettina abgesagt. Seit so ein Spaßvogel sie mal gefragt hat: "Kannst du eigentlich auch ohne Uli laufen?", sind gemeinsame Läufe rar geworden. Die Folgen für mich sind erheblich. Was als Trainingslauf gedacht war, wird zum Wettkampf an der Leistungsgrenze. Das Gefühl beim Warmlaufen täuscht nicht, es wird ein guter Tag.

Die strahlende Herbstsonne schafft heute optimale Bedingungen. Doch im Wald entstehen starke Lichtkontraste, und im Tiefflugtempo haben wir Mühe, die sorgsam weißgetünchten Stolperwurzeln zu erkennen. So mancher dürfte heute unliebsamen Bodenkontakt haben. Doch die Sieger laufen Streckenbestzeiten, und auch ich bin 7 Minuten schneller als im Vorjahr! Die letzten 3 km sind zwar ein Kraft-Akt mit Dauerstöhnen, was einen Überholenden zu breitem Grinsen veranlasst. Doch der Endspurt lohnt sich, am Schluss stimmen diesmal die Sekunden.

Letzte Woche musste ich mir noch anhören: "Du bist auch nie zufrieden!"
Heute bin ich es.

337

08.10.11  Witten, Ruhrtal-Marathon
10/21,1/42,2

Wenn trotz des abschreckenden Wetterberichts sich die Teilnehmer des Vorjahres alle wiedertreffen, kann man wirklich sagen, dieser Ruhrtal-Marathon hat seinen Platz im Laufkalender gefunden. Die Strecke ist schön und abwechslungsreich, selbst wenn man vom Training ohnehin jeden Meter kennt. Und etwas wärmer wär's noch schöner gewesen. So aber schnatterte in der Kälte nur noch die kleine Schar der Podiums-aspiranten vor Ort bis zur Siegerehrung und die sonst so herzwarme Läuferfamilie litt unter kalten Füßen.


Zu meinem Lauf: 21,1km, 1:40:09,
2. M55 von 10 (20%), 24. gesamt von 172 (14%)

Nach dem Bertlicher Debakel gehe ich diese Sache skeptisch an. In einer Gruppe, die an der später zweitplatzierten Frau klebt, ordne ich mich hinten ein. Dann will Martin Sch. nicht länger Windschatten spenden, was zur Folge hat, dass uns das Mädel davonrennt und auch der Rest der Gruppe bald auseinanderfällt. Bei km 7 kann ich mich absetzen und laufe fortan allein. Wenn ich gewusst hätte, dass ich da Reinhold H. hinter mir ließ, hätte ich mehr Respekt gehabt. Er war jahrzehntelang immer schneller als ich, doch der Zahn der Zeit nagt offenbar nicht nur an mir.

So bringe ich ein ordentliches Rennen zustande, bis nach dem ersten Bergabstück der Meniskus plötzlich schmerzt. Der Rest ist mühsames Voranhumpeln und bei der steilen Schlussabfahrt von der Vormholzer Klippe muss ich wehrlos noch 2 Frauen vorbeifliegen lassen. Mit 10 Sekunden weniger wäre ich deutlich glücklicher gewesen, da half auch der 2. Platz nichts ... Läufergefühle schlagen manchmal seltsame Kapriolen.

PV-Foto: Endlich ist die Armhaltung mal okay, doch könnte das Ganze ruhig
etwas dynamischer aussehen.

336

25.09.11  Herten-Bertlich, Straßenläufe
800m/5/7,5/10/15/21,1/30/42,2

Während anderswo Läufe mangels Helfern nicht mehr stattfinden, kann Bertlich seine jährlich 3 Termine unverändert halten - ein Phänomen. Und selbst die Perfektion in höchster Stufe wird immer noch verbessert. Mittlerweile gibt es einen gut bestückten Merchandising Verkauf. Die Anbringung gefühlt Hunderter Hinweisschilder im Veranstaltungsgelände nimmt schon kuriose Ausmaße an. Da scheint ein Organisator aus dem Verkehrsamt zu kommen.

Zu meinem Lauf: 15km, 1:10:20, 4. M55 von 14 (29%), 22. gesamt von 90 (24%)

Sonst bevorzuge ich in Bertlich die Kurzdistanzen, doch die passen nicht in die Marathon-Vorbereitung. Deshalb wähle ich 15km, noch längere Strecken sind in Bertlich nur für Masochisten. Schon beim Warmlaufen spüre ich, dass etwas nicht stimmt. Die Beine sind gut, aber die Lunge spielt nicht mit. So hechle ich 11km mit Mühe in einem Tempo, das mir viel leichter fallen sollte. Dann überfällt mich mitten im Lauf eine Hustenattacke der ekeligsten Art. Mit positivem Effekt nicht nur der Gewichtsverringerung: Es dauert 2 Minuten, bis ich merke, dass ich plötzlich wieder durchatmen kann. Die letzten 3km kann ich deutlich beschleunigen, aber für eine ordentliche Zeit ist es zu spät. Auf die Siegerehrung zu warten, kann ich mir sparen. Der erste Schnellere, den ich frage, ist in meiner Altersklasse. Heute hätte ich auch kein "Männeken" verdient. In M50 hätte ich übrigens wieder gewonnen ...
 

335

11.09.11  Dortmund, Citylauf
1250m/2500m/5/10

Eigentlich hat der Dortmunder Citylauf das Zeug zum Volksfest, so aufwendig möbliert Organisator Volker Hartmann den Friedensplatz mit Bühnen und Buden. Für den Regen kann er nichts. Weil der Wetterbericht noch schlechter war, als das Wetter schließlich ist, leiden die Zahlen bei Läufern und Zuschauern.

Trotzdem macht es Spaß, die acht schnellen Runden durch die Innenstadt zu rennen. Diese Einteilung ist auch gut für den Kopf: Man denkt in Runden statt in Kilometern, und schon sind es nur noch acht! Im Feld geht es betont sportlich zu, was für Cityläufe nicht immer selbstverständlich ist. Für moderates Startgeld gibt es ordentliche Verpflegung, Chip-Zeitnahme, fachgerechte Moderation, ein kleines Präsent und die Urkunde.
 

Zu meinem Lauf: 10km, 49:30 und 45:03, 16. und 7. M55 von 24, 196. und 73. gesamt von 461

Ganz spontan ist die Entscheidung nicht, hier den ersten Doppelstart meiner langen Laufkarriere hinzulegen. Schon Tage zuvor gefiel mir der Gedanke, zweimal in derselben Ergebnisliste zu stehen, denn die Resultate aus Lauf A und B werden gemeinsam gewertet. Nachdem Bettinas Begleitung mich im ersten Lauf spürbar verjüngt hat, steht den Runden 9 bis 16 nichts mehr im Wege, und bei der Last-Minute-Nachmeldung wird für mich das Formular nochmal aus der schon eingepackten Kiste geholt.

Jetzt gucken die Teilnehmer vom 1. Lauf zu, da kann ich mich nicht hängen lassen und gebe den Kämpfer. Mit dem typischen Quälgesicht sprinte ich mit letzter Kraft ins Ziel und verpasse doch knapp die 44er Zeit. Die fehlenden Sekunden hab ich in Runde 15 liegen lassen. Früher hätte ich mehr Biss gehabt.

Trotz Verjüngung seh ich doch wieder aus wie M65. Dieser Running Gag passiert wirklich immer wieder! Diesmal hat sich der Fragesteller immerhin mit einer Ausrede entschuldigt ... Er muss sich vor meiner sauren Miene erschrocken haben.
 

 

334

04.09.11  Bochum, Halbmarathon
400m/1870m/21,1 (auch Staffel)

"Du bist keine Schönheit", knödelt schon Herbert G. in seiner Hymne an die Stadt seiner Kindheit. So schlimm ist es gar nicht - man hätte in Bochum deutlich hässlichere Strecken finden können. Bei Start und Ziel am Schauspielhaus sowie in Altenbochum herrscht prächtige Stimmung unter den zahlreichen Zuschauern. Für das Tropenklima kann der Veranstalter nichts. Immerhin reagierte man mit dem Verteilen von Schwämmen an die Läufer. Ein flaches Streckenprofil wird man in Bochum außerhalb des Ruhrtals nicht finden. Trotzdem sind die Anstiege selbst für Ortskundige überraschend anspruchsvoll. Dass die Route bei den Läufern eher kritisch aufgenommen wurde, lag eher an den zwei identischen Runden. Nicht wenige gaben nach dem 1. Durchgang auf und ersparten sich die Wiederholung der Quälerei. Sie hatten zudem den Vorteil, sich nicht über die dillettantisch organisierte Zielversorgung ärgern zu müssen.

So bleiben Zweifel an einer guten Zukunft dieses Laufes. Es ist bedauerlich, dass Herne und Bochum ihr jeweils eigenes Süppchen kochen und die früher so beliebte Route des Ruhr-Halbmarathons nicht wiederbelebt werden konnte.
 

Zu meinem Lauf: 1:45:35, 10. M55 von 51 (20%), 240. von 1250 gesamt (19%)

Mein Aufbautraining habe ich mit einer 2tägigen Sauerland-Radtour kurz zuvor mutwillig zunichte gemacht. Selten bin an einem Wettkampfmorgen mit so schweren Beinen aufgestanden. Ich spüre die Müdigkeit vom ersten Schritt an. Das geplante Tempo kann ich gerade für die ersten 3 km halten. Ich schliesse noch zu Günter S. auf und hoffe, wieder bei ihm bleiben zu können. Doch nach der ersten Runde ergebe ich mich meiner Schwäche, stoppe resignierend gar keine Zwischenzeiten mehr und möchte nur noch mit Anstand das Ziel erreichen. Ohne große Enttäuschung buche ich das Ganze als eine ordentliche Trainingswoche ab. Man kann nicht alles haben - eine Einsicht, die ich erfahrungsgemäß schnell wieder vergessen werde.

Fotos: Bettina strahlt vor und nach dem Lauf. Neben Roland Steinmetz seh ich mal nicht so dünn aus. Sie hängen mich gleich ab - Günter und Ottmar.

333

21.08.11  Haltern-Bossendorf, Volkslauf durch die Haard
600m/1/5/10,7/20,2

Dieser bescheidene schöne Lauf im aufrechten Halterner Vorort hätte viel mehr Teilnehmer verdient. 222 waren es auf allen Distanzen. Es gab Jahre, da waren es schon doppelt so viele. Von allen Halterner Läufen ist mir dieser der liebste, weil es so schön tief in den Wald hinein geht - auf schmalen, zum Teil eng bewachsenen Wurzelwegen auf und ab. Vielleicht sollte ihn der Veranstalter zeitgeistig als "Trailrun" verkaufen, dann kommen auch die jungen Wilden. So erscheint der Vormittag eher wie ein Treffen von Veteranen.
 

Zu meinem Lauf: 1:38:16, 1. M50 von 5, 21. gesamt von 72 (29%)

Dieser Lauf ist als Aufbautraining für den Bochumer Halbmarathon gedacht. Seit London bin ich auch im Training nicht mehr so weit gelaufen, da ist heute Zurückhaltung angesagt. Voller Vernunft stelle ich mich beim Start weit nach hinten und trabe nach Plan im 5:20-Tempo los. Aber da vorne läuft Günter S. in Sichtweite. Der ist auch nicht mehr so schnell wie früher... denke ich und beschließe, ihn solange wie möglich zu begleiten. Erst nach 3km bin ich bei ihm, und dann kommt es, wie es kommen muss. Er wird schneller, ich werde schneller. Er wird noch schneller, ich werde noch schneller. Oder ist es umgekehrt? Jedenfalls wird unser Lauf durch die heute tropenfeuchte Haard zu einem richtig schönen Wettkampf. Am Ende liegt der Schnitt bei 4:52, was für eine ziemlich flotte zweite Hälfte spricht.

Am Ende bin 100m vor Günter, aber der ist auch 5 Jahre älter, also viel besser als ich. Beide werden wir mit einer Flasche Sieger-Sekt belohnt! Wie alt ich im Ziel aussehe, wird mir schonungslos klar gemacht, als mal wieder ein 67jähriger fragt, ob ich in seiner Altersklasse sei ...
 

R09

17.07.11  Issoire - StFlour (F), L'etape du tour (acte II)
(Radrennen) 210km/3880 Höhenmeter

Bei der 19. Auflage bietet der Veranstalter erstmals 2 Etappen an. Zusätzlich zur Königsetappe mit Ziel in Alpe d'Huez gibt es am folgenden Sonntag die lange "Übergangsetappe" in der schönen Mittelgebirgslandschaft des Zentralmassivs. Die Taktik scheint zunächst aufzugehen. Alpe d'Huez ist mit 10.000 Meldungen ausgebucht, und die Zweitetappe hat immerhin auch noch 7.500 Gemeldete.

Auch in Issoire geniessen die Teilnehmer das volle Programm. Zwar sind Rucksack und Trinkflasche im Goodie-Bag offensichtlich eingespart, doch ansonsten wird eine weitgehend perfekte Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Lückenlose Straßensperren,
mehr Verpflegungsstellen, gute Start- und Zielorganisation.

Was dann nicht mitspielt, ist das Wetter. Die Aussicht auf eine Schlechtwetterfront reduziert das Starterfeld auf 4.053 Unentwegte. Doch dann kommt es noch schlimmer als vorhergesagt: Heftiger Gegenwind, Dauerregen und vor allem Temperaturen, die an den Pässen auf 4°c fallen. Bis zur ersten Verpflegung nach 68km geben bereits 1000 Gestartete das Rennen auf. Schließlich erreichen bis zum strikt eingehaltenen Zielschluss um 19 Uhr nur 1982 Teilnehmer (49%!) das Ziel, darunter nur 30 Frauen. Die größte Herausforderung dürfte für den Veranstalter gewesen sein, genügend Besenwagen bereitzustellen!


Zu meinem Rennen: 10:38:17, 420. M50-59 von 474, 1795. von 1982 (gestartet 4053)

Ich war immer schon der erklärte Schönwetterfahrer. Nie würde ich auf die Idee kommen, mich bei Regen aufs Rad zu setzen. Und das hier hatte ich mir so schön ausgemalt. Diesen Teil Frankreichs wollte ich immer schon mal sehen. Deshalb sollte das auch kein Rennen werden, sondern eine lange sonnige Genussfahrt durch eine Bilderbuchlandschaft. Und nun sowas!

Als am ersten Berg nach ca. 40km die ersten Umkehrer entgegen kommen, nehme ich das zwar zur Kenntnis, habe aber den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Etwas später stehen etwa 50 Fahrräder an einer Straßenkreuzung. Von den Eigentümern keine Spur. Mmh! Zum Glück gibt es genug andere, die auch nicht weiter nachdenken und einfach nur den Kopf einziehen und fahren. Bei der ersten Verpflegung humpele ich mit Eisfüßen und vor Kälte schnatternd zum Bufett. In der folgenden Abfahrt sind die Hände so kalt, dass ich nicht mehr aufs große Blatt schalten kann. "Das kann ja nur besser werden," denke ich an den Wetterbericht. Regen und Wind bleiben fast den ganzen Tag, doch zum Glück steigen die Temperaturen später etwas. Unter den Wolken ist manchmal sogar die Schönheit der Landschaft zu erahnen. Das Streckenprofil trägt auch zur Unterhaltung bei, mein Tacho zeigt 20% maximale Steigung. Nur meine masochistische Ader lässt nun noch Genuss spüren. In den letzten 2 Stunden ist das Feld so ausgedünnt, dass ich oft allein fahre. An der Verpflegungstheke wird man vom Personal als seltener Gast hofiert. Inzwischen hat man auf heißen Tee umgestellt. Dann endlich um 18:09 Uhr das Ziel, nicht ohne die 8. Bergwertung des Tages. Ich kann noch lächeln, aber selbst am nächsten Morgen verlässt noch Schwäche meinen Körper.
 

Schönwetter-Fotogalerie
 

R08

03.07.11  La Villa (ITA), Maratona dles Dolomites
(Radrennen) 138km/4190 Höhenmeter, 106/3090, 55/1780

Kann eine Veranstaltung mit 9.000 Teilnehmern liebevoll organisiert werden? Die Antwort ist ja! Und wer's nicht glaubt, soll mal beim Maratona mitfahren. Die esotherische Lyrik auf der website verspricht nicht zuviel. Die ausgeklügelte Startnummernverlosung versucht, allen gerecht zu werden. Die Freundlichkeit der Helfer ist nicht zu überbieten, und am Start ist eine Jubiläumstorte aufgebaut.

Das größte Pfund des Maratona ist und bleibt die Landschaft. Eine schönere Strecke als die Serpentinen-Rundfahrt durch die Dolomiten ist nicht vorstellbar. Wer hier mitfahren darf, kann sich glücklich schätzen. Zwar wirkt die erste Runde um die Sella noch ziemlich überfüllt, doch kann dieses zwangsweise Ausbremsen am Anfang nicht schaden. Wer am legendären Passo Giau noch in der Lage ist, das Tempo zu forcieren, findet sicher Platz genug.


Zu meinem Rennen: 138/4190, 7:51:16, 158. M55 von 284 (56%), 3015. M von 4340 (69%)

Dass Verpflegungspausen nur etwas für Weicheier sind, habe ich inzwischen gelernt, also fahre ich die Sella-(Zitat: "Kindergarten"-) Runde ohne anzuhalten und beschleunige am Campolongo für die Bergwertung. Oben liege ich 6 Minuten hinter dem Impuls-Sportler Holger K., der aber mit demotiviertem Abkürzen auf die Hauptschul-Runde einem Endspurt aus dem Weg geht. Auch ich habe alle meine Körner zu früh verausgabt und zweifle am Fuß des Giau, ob ich überhaupt ohne Walking ins Ziel kommen werde. Dennoch schleiche ich die pittoresken 13%-Rampen weiter ohne Pause hinauf. Der Konkurrenz geht es nicht besser. Zwischen Giau und Falzarego mache ich 250 Plätze gut, was wohl in erster Linie an meiner Nichtpausentaktik liegt. Auch dank verbesserter Abfahrtstechnik erfülle ich unerwartet das im Vorjahr knapp verpasste Ziel: Unter 8 Stunden! Und bin damit qualifiziert für Block 3 im nächsten Jahr.
 

Wie ein Foto täuschen kann... das sieht viel schneller aus, als ich war.
Unten rechts das Trio der Finisher mit Maratona-Abitur: Zum 25. Jubiläum gab es auch eine Medaille.
 

R07

26.06.11-02.07.11 Sonthofen -Arco (ITA), Tour Transalp
(Radrennen) 7 Etappen, 917km, 19.553 Höhenmeter

Die vom Radsport-Magazin "Tour" ausgerichtete Transalp rühmt sich, das spektakulärste Etappen-Straßenradrennen für Jedermann zu bieten. Es findet zum 9. Mal statt und hat sich einen Ruf erworben. Um ihn zu wahren, müssen jährlich neue Rekorde her. Diesmal ist es die Distanz: So lang war bisher noch keine Transalp.

Wenn am 01.12. mittags um 12 Uhr die online-Anmeldung öffnet, sind stets innerhalb weniger Minuten die Startplätze für rund 600 Zweier-Teams vergeben. Diese 1200 Fahrer werden in 4 Startblöcke eingeteilt. Vorne kann von Jedermännern kaum die Rede sein - für die schnellsten Teams werden Halbprofis von den Sponsoren zusammengekauft. Hinten starten Hobbyradler, die ihre Tour dennoch als Rennen wahrnehmen. So ist 7 Tage lang eine Klassengesellschaft unterwegs. Die Hochleister im A-Block akzeptieren die Rad-Touristen im D-Block allenfalls lächelnd als Kostenträger (Zitat: "Da wird sich mancher noch wundern."). Dem Veranstalter kann man jedenfalls nicht vorwerfen, er vernachlässige die langsameren Teilnehmer. Auch für die Letzten werden die Kreuzungen freigehalten, die Verpflegungsstände aufgefüllt, und der Zielsprecher ist bis zum Schluss im Dienst.

1200 Radler in 7 Tagen kreuz und quer über die Alpen zu führen, ist ein Meisterwerk an Organisation. Dass täglich schwere Unfälle passieren, liegt an den risikofreudigen Teilnehmern selbst. Fast in jeder Abfahrt sieht man gestürzte Mitfahrer, täglich ist der Rettungshubschrauber im Einsatz. Man muss sich wundern, welche Gefahren Freizeitsportler eingehen, um bei einem Rennen vorn dabei zu sein, von dem doch nur Insider Notiz nehmen. Was den Siegern der Erfolg bedeutet, wird bei den täglichen Ehrungsritualen deutlich, wo erwachsene Menschen jeglicher Demut verlustig gehen.
 

Zu unserem Rennen: 45:23 Std, 71. Ü100 von 97 (gestartet 111), 465. gesamt von 557 (gestartet 610)

Mit angespannter Unsicherheit stehen Frank und ich in Sonthofen am Start. Gehören wir hier wirklich hin? Richtige Rennradfahrer sind wir ja eigentlich nicht, eher Schönwetter-Gelegenheitsfahrer. Immerhin habe ich 35.000 Höhenmeter in der Vorbereitung gesammelt, aber Frank hatte wenig Zeit fürs Training. Nach der ersten Etappe wissen wir mehr, denken wir.

das tägliche Rad-GepäckDoch das Gefühl bleibt jeden Morgen. Nie sind wir uns sicher, ob der Körper das wieder und wieder mitmacht. Dabei rollen wir im D-Block ganz gut mit. Bei den schwersten Etappen am 4. bis 6. Tag haben wir gar unsere stärkste Phase. Nicht nur beim täglichen Ein- und Auspacken stellt sich Routine ein, sondern auch beim Klettern über die Pässe. Etwas Glück gehört auch dazu. Das Wetter könnte nicht besser sein. Wir bleiben von Pannen und Stürzen verschont. Die unvermeidlichen Wehwehchen an diversen hinteren Körperteilen bleiben erträglich. Das täglich neue Startfieber verursacht ein immer größeres Schlafdefizit. Die Wettkampf-Atmosphäre hält uns hellwach. Mehr und mehr lassen wir uns anstecken und kürzen die Verpflegungspausen auf das Notwendigste. Zum Betrachten der Landschaft bleibt bergauf immer genug Zeit. Auf diese Art hab ich die Berge nie gesehen. In 7 Tagen über 22 Pässe durch Schönheiten wie Lechtal, Silvretta, Vinschgau, Trentino - mit jeder Zieleinfahrt wächst unser Stolz. Wir sind nicht die letzten! Wie ein richtiger Rennradfahrer fühl ich mich immer noch nicht, aber wer ohne Zeitstrafe durchkommt, hat sich seine Startberechtigung verdient. So fühlen wir uns im Ziel nicht anders als die Sieger auf dem Podest.
 

Kleine Fotogalerie
 

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21.05.11 Bochum, Lauf um den Ümminger See, "Günter-Mette-Gedächtnislauf"
1km/5km

Sehr schön, dass dieser Lauf nach 2 Jahren Pause wieder zurück ist. Und noch schöner, dass mit 83 Teilnehmern die Neuauflage gelungen ist. Es sind diese kleinen Läufe, die unserem Sport eine liebenswerte Heimat geben. Man kennt sich und weiß schon vor dem Start, welchen Platz man belegen wird, aber das mindert den Spaß nicht. Man erzählt sich, wo es gerade am meisten weh tut, und nickt sich lächelnd zu. Wenn dann noch die Sonne so schön scheint, wird das Ganze zur Rasen-Party. Aber nicht falsch verstehen - richtiger Sport wird hier trotzdem abgeliefert.


Zu meinem Lauf:
5km, 21:37, 3. M55 von 6, 26. gesamt von 83 (31%)

Wenn man im unsportlichen Bekanntenkreis erwähnt, dass man bei einem 5km-Lauf startet, heißt es postwendend: "Das ist für dich ja nur ein Warmlaufen ... das machst du doch mit links." So kann nur jemand reden, der selbst nicht läuft. Wir Läufer wissen, es ist alles eine Frage des Tempos. 20 Minuten knapp am Höchstpuls verlangen ein hohes Maß an Bereitschaft, sich zu quälen. Trotzdem oder gerade deshalb ist der 5er meine Lieblingsdistanz. Wenn man nach 3km allmählich nach Luft schnappt, ist das Ziel schon fast in Sichtweite. Das motiviert zum Durchhalten, und irgendwie geht es dann auch. Über 5km erziele ich stets meine relativ besten Leistungen. Heute bin ich aber selbst überrascht, dass wochenlanges Radtraining offenbar nicht langsamer macht.

Fotos von B.Nick und St. Geiß: Sehniger Senior am Start; Finisher mit Biss; Siegerehrung als Dritter hinter wirklich Schnellen.

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17.04.11 London, Marathon
42,2km
 

Bildbericht
 

Zu meinem Lauf: 42,2km, 3:57:13,
215. M55 von 879 (24%), 8634. von 34738 (25%)

Wenn man zuviel von sich erwartet, geht der Schuss nach hinten los. Was auch immer der Grund für dieses Desaster war, es war schmerzhaft, und ich arbeite noch daran. Zur Zeit bin ich in der 3. Phase. Im Ziel war ich nur froh, überhaupt und  einigermaßen gesund angekommen zu sein. Nirgendwo sieht man soviel Halbtote am Streckenrand liegen wie in London, besonders wenn es so warm ist wie diesmal. Alle haben überlebt, so wie ich.

Dann kam die Enttäuschung. Das Training war doch so gut, und die Vorzeichen vielversprechend. Mit etwas Abstand sehe ich es nun nüchterner. Wenn nur 20 Minuten zwischen Glück und Katastrophe liegen, kann es nicht so schlimm gewesen sein.

Bettina dagegen ist förmlich über die Strecke und ungesehen an mir vorbeigestürmt. Wäre sie noch hinter mir gewesen, hätte mich das auch nicht getröstet. Außerdem macht Verlieren Männer sympathisch. Trotzdem wäre ich lieber wieder der Angeber gewesen ... Nun bin ich nicht mehr "wieder da", sondern ziemlich weit weg.

Foto rechts: Ehre, wem Ehre gebürt. Emmanuel Mutai, London-Sieger mit Streckenrekord, gratuliert Bettina Nick zum besten Marathon seit 5 Jahren.

Fotos der interAir-Gruppe

Gefühlte AK 95

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09.04.11 Witten, UniRun
400m/1/1,6/5/10



Zum 5. Mal lädt das Triathlon-TEAM Witten ein zum UniRun, eine bunte Veranstaltung mit diversen Distanzen und noch mehr Wertungen. Das alles läuft unter fachkundiger Leitung ab wie am Schnürchen. Dank der integrierten Hochschulmeisterschaften gibt es läuferische Qualität auf der Strecke, die Quantität ist ausbaufähig, und es sollte sich herumsprechen, dass man hier einen sehr schönen Samstagnachmittag verbringen kann. Bedingt durch die Örtlichkeit bleibt die Kulisse auf Insider beschränkt, aber das genügt für eine belebte und fröhliche Szenerie.
 

Zu meinem Lauf: 10km, 47:32, 4. M55 von 7 (57%), 49. gesamt von 106 (46%)

Eine Woche vor London ist das dennoch ein Pflichtstart, weil Heimspiel und das noch an meinem Geburtstag. Es soll nur Training im Marathontempo werden, daran halte ich mich auch und bleibe gut 2 Runden lang an Bettinas Seite. Doch vor uns sind die bunten Farben von Andreas B. in Sichtweite. Das ist dann doch zuviel an Herausforderung, schließlich ist er in meiner Altersklasse. Bettina merkt mein Zucken und lässt mich frei, 500m weiter klebe ich schon an den Fersen von Andreas und bleibe lauernd dahinter, bis der letzte lange Anstieg kommt und ich teilnahmslos überhole. Dennoch bleibt mir nur Platz 4, aber auch für den 1. gibt's sowieso nix, und ich freue mich über meine passende Geburtstagsstartnummer.


danke an Thomas für die Fotos
 

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27.03.11 Venlo (NED), Venloop
10/21,1

Erst in der 6. Auflage ist der Venloop in der holländischen Grenzstadt an der Maas, doch wenn man mitläuft, ist ganz offensichtlich, warum die Veranstaltung so erfolgreich ist. Die Stimmung an der Strecke ist für einen Halbmarathon weit und breit einmalig. Tausende Zuschauer säumen die Strecke nicht nur an Start und Ziel, sie machen rund um die zahllosen Blaskapellen das Laufen zum Volksfest. Bei diesem Lauf stimmt alles, und er ist für jeden ein Vergnügen, für solche, die einen fröhlichen Fun-Run machen wollen, aber auch für Bestzeiten ist die Strecke wie geschaffen. Bleibt der Hauptsponsor ING bei der Stange, kann man dem Venloop schon jetzt eine Entwicklung prophezeien, wie sie der benachbarte Zevenheuvelenloop in Nijmegen genommen hat, der im November weit über 20.000 Teilnehmer anzieht.


Zu meinem Lauf: 21,1km, 1:38:35, 39. M55 von 320 (12%), 774. gesamt von 4374 (18%)

Nach den ernüchternden Erlebnissen der neuen Saison ist mein Ziel vorsichtig gesteckt: Etwas schneller bitte als zuletzt in Hamm und möglichst nah an 1:40 heran. Bettina sagt schon 200 Meter nach dem Start "Tschüss" und lässt mich davonlaufen. Wer sich umdreht, zeigt Schwäche, also nehme ich Tempo auf und kann zu meiner Überraschung den 4:35-Schnitt für 10km halten. Es sind ideale Bedingungen heute, und irgendwie scheint es immer bergab zu gehen in Holland. Ich spüre, wie das Leben in Herz und Seele zurückkehrt. Doch das Lächeln in die Zuschauer verkneife ich mir noch, hoch konzentriert laufe ich und rechne dann immer wieder aus, wieviel langsamer ich jetzt werden darf, um doch noch unter 1:40 zu kommen. Je näher das Ziel kommt, um so mehr kann ich dann doch gelöst lächeln und winken. Nach langer Zeit merke ich wieder, wie sehr Laufen Spaß machen kann.

Im Ziel nehme ich Bettina gratulierend in Empfang. Nach gefühlten Stunden fragt sie endlich nach meiner Zeit. Ich zeige strahlend auf meine Stoppuhr: "Ich bin wieder da!" Sie quittiert das mit einem trockenen "Angeber!", immerhin ohne Adjektiv. Ich lasse mir nichts anmerken, doch meinte ich nicht nur das schnelle Laufen, sondern sehr viel mehr das neue Leben. Es hat heute begonnen.

In Venlo gibt's Erfolge für alle: Bettina unter 1:50, Uli unter 1:40, Johann unter 1:30.
 

328

20.03.11 Hörnum-List, Syltlauf
33,333km

Man muss kein Sylt-Fan sein, um sich dennoch für den Syltlauf zu begeistern. Bereits die Anreise über den Deich vermittelt das Gefühl des Besonderen. Eine sehr lange und schmale Insel fast in ganzer Länge von Süd nach Nord zu durchlaufen, das hat seinen Reiz. Großen Spaß macht es, in Westerland über die Promenade zu laufen, doch das Schönste kommt dann noch: Von Kampen nach List geht es durch die Dünen mit Blick auf das Meer nach links und rechts. Die Atmosphäre ist familiär dank der begrenzten Teilnehmerzahl, die Zuschauer sind in Urlaubsstimmung und die Belohnungsmedaille ist ein Stückchen Kunst. Hinter der Ziellinie gratuliert der Vater des Laufs, Franz Beilmann, jedem per Handschlag, und die Damen bekommen eine Rose.

Wer dabei sein will, muss sich früh entscheiden. Stets im Juni kommt die neue Ausschreibung, und dann ist der Lauf in wenigen Tagen wieder  ausgebucht.

Zu meinem Lauf: 33,3km, 2:56:40,
10. M55 von 53 (19%), 232. von 703 (33%)

Alles ist friedlich abgesprochen, heute laufen wir getrennt. Jeder wie er kann und möchte. So schalte ich den Gang wie geplant auf eine Zielzeit von 3 Stunden, vermerke dann aber nicht ohne Beglückung, dass Bettina leichtfüßig an meiner Seite bleibt und gelegentlich auch einige Meter enteilt.

Die südliche Hälfte der Insel schauen wir uns gemeinsam an. Kurz vor Wenningstedt, nach 17km, glaubt Bettina dann zu schwächeln und schickt mich vor: "Ich komm dann 10 Minuten nach dir." Ohne Zögern setze ich mich ab, dreh mich nur noch einmal winkend um und beschleunige etwas übermotiviert und zu früh. Die letzten Kilometer werden deshalb eingeschränkt genussvoll, doch die Zeit stellt mich zufrieden. Hätte ich mich nochmal umgedreht - ich hätte mich gefreut und vielleicht doch erschrocken ...

Während mich mein Kreislauf von den Beinen holt, kommt Bettina 20 Sekunden nach mir strahlend ins Ziel, hüpft beschwingt herum und will noch auf der Tartanbahn auslaufen. Mit ihr lächeln im Ziel - ich kann es nur mit blauen Lippen.



Sportliches Wochenende mit Sonne: Langlauf-Frühling auf Sylt
 

327

27.02.11 Hamm, Winterlaufserie Lauf 3
21,1km

Die Winterlaufserie in Hamm ist ein unerklärbares Phänomen. Die Distanzen steigern sich im 2-Wochen-Abstand von 10 über 15 auf 21km. Das ist für einen konstruktiven Frühjahrsaufbau eher zu schnell. Der Streckenverlauf ist wenig attraktiv mit vielen Kurven, Kanten und dazu windanfällig. Drumherum wird wenig geboten. Und dennoch kommen seit Jahrzehnten 1.000 Läufer nach Hamm. Nicht nur das: Nirgendwo ist das Leistungsniveau so niederschmetternd hoch wie hier.

Vermutlich ist es gerade das: Eine schnörkellose Veranstaltung für Hardliner und Insider. Hier geht's ums Laufen, sonst nichts, und zwar schnell! Minimales Startgeld und kein Brimborium. Laufen wie früher.


Zu meinem Lauf: 21,1km, 1:44:39, 23. M55 von 56 (41%), 477. gesamt von 971 (49%)

Es sieht so aus, als machte ich in diesem Jahr einen Zeitsprung. Um Jahre gealtert und folgerichtig um Minuten langsamer geworden. 7 Minuten auf 21km im Vergleich zum Vorjahr, das ist ernüchternd. Es scheint an der Zeit, nicht länger Möchte-Gern-Leistungen hinterherzuhecheln, sondern die Langsamkeit zu geniessen.

Was schreib ich da! Das glaubt mir doch sowieso keiner. Lange Läufe sind jetzt angesagt und dazwischen Tempo-Intervalle. Und dann wollen wir doch mal sehen, was die Rentner-Lunge noch hergibt!
 

326

06.02.11 Herten-Bertlich, Straßenläufe
850m/5/7,5/10/15/21,1/30/42,2

Eine frische Brise geht in Bertlich immer. Diesmal ist es ein ordentlicher Wind, der so manchen Verpflegungsstand aus dem Gleichgewicht bringt. All das schreckt die Bertlicher Fan-Gemeinde nicht. Wieder treffen sich rund 1000 Lauf-Insider im verschlafenen Hertener Vorort. Sieht man sich unter ihnen um, fällt auf, dass sie fast alle so fit aussehen, als ginge es hier an den Start eines Ultra-Klassikers.


Zu meinem Lauf: 7,5km, 33:23, 3. M55 von 7 (43%), 17. gesamt von 84 (20%)

Ich geniesse heute den Service eines persönlichen Pacemakers. Kurz vor dem Start steht Holger K. vor mir: Mit braver Kurzhaarfrisur vermutet man in ihm nicht den Schalke-Revoluzzer der letzten Woche. Windschatten gibt er mit breiten Schultern auch so genug, und den brauche ich heute. Bei meinem Comeback stelle ich keine Ansprüche an meine Leistung. Das Ergebnis entspricht der realistischen Prognose. Damit habe ich auch beim 28. Bertlich-Start keinen Sieger-Pokal verdient und werde als Dritter entzaubert. Die beiden vor mir sind aber Frischlinge in der Altersklasse. Vor 6 Wochen zählten sie noch nicht dazu. Dafür hätte ich heute die M50 gewinnen können. Oder die M55 beim 5km-Lauf. Oder ... Hoffentlich gewinne ich in Bertlich nie. Sonst macht es gar keinen Spaß mehr, darauf zu hoffen. Ich hätte einen Pokal, und doch würde mir etwas fehlen.
 

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